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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 3 / Februar 1999 -
Seite 2
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Frauen
in Fleury-Merogis: Offener Brief
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Der
Offene Brief erreichte uns aus Fleury-Merogis in der Nähe von Paris.
Dort befindet sich der größte Untersuchungshaft-Frauenknast Frankreichs.
Die 67 Unterschriften sind bei einem Anwalt hinterlegt. Der Offene Brief wird
in französischen, baskischen und korsischen Zeitungen veröffentlicht.
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- Fleury-Merogis,
Dezember 1998
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- Offener Brief,
unterzeichnet von 67 gefangenen Frauen, anläßlich des 50. Jahrestages
der Verabschiedung der UNO-Menschenrechtserklärung.
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- Wir sind die Stimmen
aus dem Dunklen: gefangene Frauen
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- Über Jahrhunderte
wurde Frauen die Stimme versagt und die Menschenrechte waren lange Zeit
ausschließlich eine Sache der Männer. Noch heute werden Frauen
in zahlreichen Ländern die elementarsten Rechte verweigert. Noch
immer gibt es im reichen und opulenten Frankreich Orte, an denen die Menschenrechte
mit Füßen getreten werden.
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- Einer dieser Orte
ist das Gefängnis.
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- Wir sind der schönen
Worte anläßlich des Jahrestages der Erklärung der Menschenrechte
überdrüssig. Wir wollen Taten sehen.
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- In Erwägung,
- daß die Würde
des Menschen unantastbar ist, fordern wir die Abschaffung der intimen
Körperdurchsuchung (d.h. sich nackt ausziehen) nach jedem Besuch
und die Abschaffung des Bunkers.
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- In Erwägung,
- daß das Recht
auf freie Meinungsäußerung ein unveräußerliches
Recht des Menschen ist, fordern wir die Abschaffung der Briefzensur nach
der strafrechtlichen Voruntersuchung.
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- In Erwägung,
- daß alle Menschen
ein Recht auf angemessene Verteidigung haben, fordern wir die Anwesenheit
eines Anwalts während der Disziplinarverfahren im Knast.
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- In Erwägung,
- daß die Arbeit
im Gefängnis der Sklaverei sehr nahe kommt, fordern wir einen gewerkschaftlich
festgelegten Arbeitslohn (SMIG) und für alle Gefangene einen Anspruch
auf Sozialhilfe (RMI).
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- Der Zustand eines
Landes zeigt sich in seinen Gefängnissen.
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