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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 3 / Februar 1999 - Seite 1
Editorial: Auf dem Weg
[ Inhalt Nr. 3.]

 

Nachdem wir für die erste Ausgabe den Schwerpunkt Baskenland wählten, und sich für die zweite Ausgabe - auch durch die Ermordung unserer Genossin Andrea Wolf - der Schwerpunkt Kurdistan ergab, nun die dritte mit Texten und ausführlichen Interviews: Todesstrafe und die Profitmaschine Knast in den USA; Guerrero: Mexiko ist nicht nur Chiapas; Nordirland und das Friedensabkommen; die Strategie der Furcht - nicht nur im Iran.

Gegen das Vergessen: Das Interview mit Gisela Dutzi kann ein grundlegendes Problem nicht verdecken: Die politische Abstinenz dieses Spektrums, dessen Arbeit jahrelang die Unterstützung der politischen Gefangenen aus der RAF war. Die ehemaligen Aktivist/innen schweigen. Zeitungsbeiträge und Angebote zur aktiven Mitarbeit bekamen wir trotz Nachfragen bislang nicht. Warum, das können wir nicht sagen. Wir würden uns aber wünschen, daß sie die Berliner Konferenz nicht wie eine politische Auslandsreise betrachten, sondern wie wir zu der Ansicht kommen, daß letztlich auch die speziell deutsche Misere in der „Gefangenenfrage“, ihr schweigender Niedergang und die schlechte Lage der noch immer gefangenen Genossinnen und Genossen, nicht als nationale Tragödie, sondern im internationalen Verhältnis diskutiert, und so vielleicht auch anders begriffen und gewendet werden kann. Auch diese Chance bietet sich in Berlin.

Der Führer der osttimoresischen Fretilin, „Xanana“ Gusmao, nach sechs Jahres aus der Haft entlassen, steht nun unter Hausarrest. Von dort aus führt er inzwischen Gespräche mit indonesischen Militärs und Politikern und bemüht sich um die Demilitarisierung Ost-Timors. „Um die Probleme Ost-Timors zu lösen“, meint Gusmao, „müssen wir zuallererst ein friedliches Klima schaffen“.

In der Bronx wurde der 22-jährige Amadou Diallo aus Guinea von vier Zivilpolizisten des New York City Police Department erschossen. 41 Schüsse feuerten sie auf ihn ab, 19 Kugeln trafen den unbewaffneten Amadou. Gegen seine Ermordung demonstrierten mehrere tausend Leute mit dem Slogan: „No Justice, no peace“. Die Realitäten scheinen verschieden, aber sind doch von der einen Welt.

Die Diskussion auf der Konferenz wird gut strukturiert laufen müssen. Sie hat den Unterschiedlichkeiten gerecht zu werden, und gerade deswegen die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Die Vorbereitung der Arbeitsgruppen und Veranstaltungen hat inzwischen klare Konturen angenommen, sie läuft mit jeweils internationaler Beteiligung, um sie auch aus der Dynamik realer Kontroversen zu gestalten. Der aktuelle Stand der Vorbereitungen ist auf den Seiten 5/6 zu finden. Aus den USA, Mittel- und Südamerika, aus dem asiatischem Raum (Südkorea), aus Europa, der Türkei und dem Nahen Osten haben sich bereits Teilnehmer und Teilnehmerinnen angemeldet. Auch aus der BRD melden sich mehr und mehr Leute an...

Die diesjährige Solidaritätszeitung zum 18. März (siehe Aufruf auf der letzten Seite) wird ein „So oder So“-special haben und in der „junge welt“ erscheinen.


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:19
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