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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 2 / Januar 1999 - Seite 8
Vorgestellt: die palästinensische Vereinigung zur Unterstützung von Gefangenen „Addameer“
[ Inhalt Nr. 2.]

Logo von AddameerVorgestellt: die palästinensische Vereinigung zur Unterstützung von Gefangenen „Addameer“

ADDAMEER Prisoners’ Support Association ist eine in Jerusalem angesiedelte palästinensische Menschen-rechtsorganisation, die sich um die Notlage, Bedingungen und Bedarf von palästinensischen politischen Gefangenen während der Gefangenschaft aber auch nach ihrer Freilassung kümmert. ADDAMEER (arabisch für Bewußtsein) wurde offiziell 1992 von einer Gruppe ehemaliger politischer Gefangener mit Unterstützung von Rechtsanwälten, Menschenrechts- und Basisgruppenaktivisten gegründet.

ADDAMEER ist eine nicht-kommerzielle, überparteiliche Organisation und ist ein Mitglied des palästinensischen NGO-Netzwerkes.

ADDAMEER will sicherzustellen, daß jeder von den israelischen Behörden festgenommene palästinensische politische Gefangene während der Untersuchung und in Strafhaft korrekte juristische Vertretung erhält. ADDAMEER will palästinensischen politischen Gefangenen und ihren Familien juristische wie auch emotionale Unterstützung geben und wenn möglich ihren Grundbedarf sicherstellen.

Die Arbeit von ADDAMEER ist dreigeteilt. Zuerst erhält ADDAMEER eine Mitteilung über eine Verhaftung, gewöhnlich von der Familie. Ab diesem Zeitpunkt benutzt ADDAMEER seine Ressourcen um den Gefangenen ausfindig zu machen und einen Rechtsanwalt hinzuschicken, um seine Rechte während des Unter-suchungsprozesses sicherzustellen. Wenn es Beweise der Anwendung der Folter gibt, nimmt sich ADDAMEER des Falles für den Gefangenen besonders an. ADDAMEER finanziert Rechtsanwälte, die den politischen Gefangenen während seines Gerichtsprozesses, des folgenden Berufungsgerichts bis, wenn erforderlich hinauf zum Obersten Gerichtshof, vertreten. 1995 vertrat ADDAMEER durchschnittlich 15 Fälle pro Monat.

ADDAMEER dokumentiert die Lebens- und Gesundheitsbedingungen des Gefangenen und die Schwierigkeiten, auf die der Gefangene stößt: Bewegungsmangel, unzureichende korrekte medizinische Versorgung, Knappheit an Büchern und anderem Lesematerial. Als ein Ergebnis seiner Recherche bemüht sich ADDA-MEER andere Menschenrechtsgruppen einzubeziehen und Druck auf die israelischen Behörden auszuüben, um so die Situation des Gefangenen zu verbessern.

Mit der Übernahme von Teilen der Westbank und des westlichen Gaza durch die palästinensische Nationalbehörde 1994, bekam die Arbeit von ADDAMEER eine neue Dimension. ADDAMEER begann mit palästinensischen politischen Gefangenen in Gefängnissen zu arbeiten, die unter palästinensischer Hoheit stehen. Das erschwert das Herausfinden von Informationen über einen palästinensischen politischen Gefangenen, da es verschiedene Machtstrukturen gibt. Außerdem muß mit nach wie vor unklaren Gesetzen gerechnet werden, die es lange dauern lassen einen Gefangenen ausfindig zu machen und ihm juristische Hilfe zu geben. ADDAMEER arbeitet eng mit Middle East Human Rights Watch und amnesty international beim Abfassen ihrer Berichte über Menschenrechtsverletzungen in den Gebieten der neu etablierten Palästinensische Nationalbehörde zusammen.

Außerdem sammelt ADDAMEER vor Ort und international Spenden zur Unterstützung der Kantinen der Gefangenen, welche ohne finanzielle Unterstützung keinen monatlichen Einkauf von Reinigungsmittel und Zusatznahrung hätten.

Außer der Arbeit an Einzelfällen unternimmt ADDAMEER viele Kampagnen in Bezug auf Angelegenheiten, die palästinensische Probleme betreffen.

Kampagne gegen die Administrativhaft

Administrativhaft ist, wenn ein Gefangener ohne Urteil oder Prozeß inhaftiert wird. Die Festnahme dauert 3 bis 6 Monate und kann automatisch ohne Begründung verlängert werden. Israel rechtfertigt diese illegale und inhumane Praxis damit, daß die Beweise gegen einen Gefangenen geheim seien und es wird weder dem Gefangenen noch dem Rechtsanwalt erlaubt sie aus „Sicherheitsgründen“ zu sehen. ADDAMEER glaubt, daß dies Gesinnungsgefangene sind, die nur aufgrund ihrer politischen Überzeugungen inhaftiert sind. Das ist eine Verletzung des persönlichen Rechts der Redefreiheit.

Kampagne für Gefangenenrechte

Wie schon beschrieben, sind die grundlegenden Menschenrechte für palästinensische politische Gefangene während ihrer Haft eingeschränkt. Zum Beispiel gibt es einen Mangel an ordentlicher Nahrung und medizinischer Versorgung in israelischen Gefängnissen. Zeitweise werden Gefangene daran gehindert, Rechtsanwälte oder Familiebangehörige zu sehen. Außerdem leiden die Gefangenen an fehlenden Büchern, kaum Zeit für Bewegung, überfüllten Gefängnissen und schlechten Gesundheitsbedingungen.

Kampagne für die Freiheit gefangener Frauen

Die Notlage der weiblichen palästinensischen politischen Gefangenen ist eine der schwierigsten. Sie wird oft übersehen. Während einer Kampagne für die Freilassung gefangener Frauen 1996, war ADDAMEER in der Lage, Omayma Al-Agha dabei zu helfen ihre zwei Jahr alte Tochter, Haneen (im Gefängnis geboren), zu Familienmitgliedern freizubekommen.

Kampagne gegen Folter

Diese Kampagne führt ADDAMEER als internationale Kampagne gegen Folter im Nahen Osten und Afrika. Sie umfaßt die Arbeit gegen israelische und palästinensische Foltermethoden wie „Shebeh“, Schlafentzug, gewalttätiges Schütteln etc. Durch die Dokumentation von Fällen, mit einer Filmproduktion und die Zusammenarbeit mit internationalen Gruppen soll Druck auf die israelische Regierung ausgeübt werden.

„ADDAMEER“ Prisoners’ Support Association

Jerusalem, Al-Ram, Tahan Bldg., Telefax: +972-2-5652967

Ramallah, AL-Manarah Sq., Shinnarah Bldg., Telefax: +972-2-2981820.

P.O.Box 17338 .

e-mail: Addameer@Planet.edu


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:19
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