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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 2 / Januar 1999 - Seite
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Kurznachrichten
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Mohamad
Rajah Nrat wurde freigelassen
9. 11.98
- Mohamad Rajah Nrat wurde nach 23 Jahren aus dem Ashkelon-Gefängnis
im Alter von 70 Jahren freigelassen. Der aus Maithalloun stammende Palästinenser
wurde 1967 festgenommen und zu unbestimmter Haft (Moabad) verurteilt.
Unter diesem israelischen Gesetz, kann ein politischer Gefangener für
eine nicht bekanntgegebene Zeitspanne verurteilt werden und muß an den
israelischen Obersten Gerichtshof appellieren, um die genaue Länge zu
erfahren. Für Radjah Nrat wurde der Moabad-Satz 1997 auf 35 Jahre
festgesetzt. Ein medizinisches Komitee, das der Bewährungsausschuß
einsetzte, hatte bei Radjah Nrat die Alzheimer Krankheit und allgemein
eine angegriffene Gesundheit festgestellt. Er ist mit seinen 70 Jahren der
drittälteste Gefangene in israelischen Gefängnissen. Am 4.11.1998
ordnete der Oberste Gerichtshof aus humanitären Gründen die Freilassung
an.
Namibia:
Gesetz gegen Homosexuelle
10.11.98
- Die namibische Regierung in Windhuk will Schwule und Lesben künftig
bestrafen. Innenminister Jerry Ekandjo kündigte ein Gesetz an, das gleichgeschlechtliche
Partnerschaften verbietet.
Todesschwadronen
morden
13.11.98
- In Kolumbien haben ultrarechte Todesschwadronen seit dem Wochenende fast
50 Menschen umgebracht. Wie die Behörden mitteilten, verübten die
Paramilitärs in verschiedenen Landesteilen fünf Massaker an vermeintlichen
Sympathisanten der Guerilla oder Zivilisten. Massenhafte Fluchtbewegungen
sind die Folge.
USA:
Elektroschocks gegen Kinder
19.11.98
In US-amerikanischen Gefängnissen werden Kinder teilweise schwer mißhandelt.
Die Menschenrechtsverletzungen an jugendlichen Gefangenen reichten von brutaler
physischer Gewalt bis hin zu langen Untersuchungs-haftzeiten, Einzelhaft
oder die Zusammenlegung mit Erwachsenen, berichtet ai. Auch seien in einigen
Fällen Kinder mit Chemikalien besprüht oder mit Elektroschocks gequält
worden. Zudem würden in einigen Orten sogar Schuleschwänzen, Raufen
in der Schule oder anstößige Telefonate mit Gefängnis bestraft.
Insbesondere Kinder von ethnischen Minderheiten sind unverhältnismäßig
stark in Gefängnissen vertreten.
Menschenrechtler
in Argentinien mißhandelt
20.11.98
- Der Journalist und Koordinator der "Koalition gegen Straflosigkeit", Esteban
Cuya, ist in Buenos Aires überfallen, kurzzeitig entführt und schwer
mißhandelt worden. Die "Koalition gegen Straflosigkeit" wendet sich
dagegen, daß Mitglieder der verschiedenen argentinischen Militärregime
trotz zahlreicher, schwerster Menschenrechtsverletzungen durch Amnestiegesetze
von strafrecht-lcher Verfolgung und damit von Bestrafunf freigestellt worden
sind.
Menschenhändler
in die USA
22.11.98
- In den USA flog ein Men-schenhändlerring auf, der systematisch und
brutal vor allem Inder zur Sklavenarbeit nach Amerika geschmuggelt hat. Pro
Kopf wurden von den Auftraggebern Prämien bis zu mehr als 20000 US-Dollar
gezahlt. Nach offiziellen Schätzungen lassen sich pro Jahr 275 000 Illegale
in den USA nieder. Der jetzt aufgeflogene Menschenhändlerring handelte
strikt marktwirtschaftlich nach Angebot und Nachfrage und verfügte über
eine entsprechende Logistik. Die Organisation brachte monatlich 300 Menschen
ins Land. Dabei haben die Händler schätzungsweise 220 Millionen
Dollar eingenommen. Die Nachfrage kam vor allem aus dem Dienstleistungssektor
und dort speziell von Fast-food-Restaurants.
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