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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr. 2 / Januar 1999 - Seite 12

Pam Afrika: „Wir können Mumia’s Leben retten, wenn wir uns vereinigen“
Million for Mumia-Märsche in den USA geplant

[ Inhalt Nr. 2.]

Pam Afrika: „Wir können Mumia’s Leben retten, wenn wir uns vereinigen“

Million for Mumia-Märsche in den USA geplant

Die „International Concernded Family & Friends of Mumia Abu-Jamal“ planen Millions for Mumia“-Märsche in Philadelphia und San Francisco am 24. April 1999. Damit soll an die anderen großen Mobilisierungen angeknüpft werden: Der Million Man, Woman, und Jugend-Märsche.

Der afroamerikanischer politische Gefangene Mumia Abu-Jamal ist seit 16 Jahren in Pennsylvanias Todeszellen. Er wurde 1981 wegen der Erschießung eines weißen Polizisten verurteilt. Am 30. Oktober lehnte das oberste Gericht von Pennsylvenia seinen Antrag auf einen neuen Prozeß ab. Gouverneur Thomas Ridge kündigte an, Abu-Jamal frühst-möglichst hinrichten zu lassen.

„Es geht darum eine Kampagne zu initieren, damit sich „Millions for Mumia“-Komitees in jeder Stadt und auf jedem Campus bilden“. Das sagt Pam Afrika, Koordinatorin von „International Concerned Family & Friends“. Dazu findet am 12. Dezember ein Treffen der internationalen Organisatoren in Philadelphia statt. Das Treffen wird von Senator Vincent Hughes ausgerichtet, verschiedene Bürgerrechtsaktivisten werden dort sprechen und der Anwalt von Mumia, Leon Weinglass wird den aktuellen Verfahrensstand referieren.

„Jeder Tag zählt. Im schlechtesten Fall könnte Mumia im Mai 1999 hingerichtet werden“ sagt Pam Afrika. Sie ruft religiöse Führer, die Arbeiterbewegung, Künstler und andere auf, sich der 24. April-Mobilisierung anzuschließen, um Mumia Abu-Jamal zu schützen und ein neues Gerichtsverfahren zu erreichen.

„Die Leute mobilisieren schon. Wir haben noch nicht einmal dazu aufgerufen“. Pam Afrika berichtet, Studenten in San Francisco planen einen stadtweiten Streik am 23. April, der den „Millions for Mumia“-Marsch am nächsten Tag vorbereiten soll. Die Studenten hoffen, daß sich die Streiks auf die High-Schools und auf Colleges anderer Städte ausweiten.

„Rev. AL Sharpton sprach über Mumias Fall in der Kanaan Baptistenkirche in Philadelphia. Er brachte aufschlußreiche Details, und forderte die Leute auf sich für Mumia einzusetzen. Wir erfuhren davon erst später. Es passieren so viele Sachen“. Die New Yorker „Free Mumia Abu-Jamal-Koalition“ veranstaltete am 5. Dezember ein fünf Meilen Rennen. Die Rennstrecke ging vom Culver Gore Park in Brooklyn zum Bundesgebäude in Manhattan - und brachte Geld für Abu-Jamals Verteidigung.

Am Menschenrechtstag, dem 10. Dezember, gab die beliebte Rap/Rock-Band „Rage against the Machine“ ein Konzert in New Jersey Meadowland, um Geld für die Verteidigung aufzubringen. „Indigo Girls“ und „Chumbawumba“ waren ebenfalls angekündigt.

Und am 11. Dezember traf sich eine Gruppe von Hochschullehrern, die sich „Akademiker für Mumia“ nennt an der Universität von Pennsylvania.

Der 24. April, der als Tag für „Millions for Mumia“ gewählt wurde, ist Abu-Jamals Geburtstag.

Es ist auch der Jahrestag des „Effective Death Penalty Act“. Präsident Bill Clinton unterschrieb dieses Gesetz 1996. Es schreibt die Todesstrafe fest und erschwert zum Tode verurteilten Gefangenen Berufung einzulegen. Urteile niedriger Gerichte müssen als „wahr“ akzeptiert werden - sogar in Fällen wie den von Abu-Jamal, wo ein Richter offensichtlich voreingenommen war. „Der Federal death-penalty Act geht direkt auf die Fraternal Order der Polizei zurück, von dort zu Pennsylvanias Kongreßabgeordneten und zu Senator Bob Dole, der sich 1996 als Präsident bewarb“, führte Pam Afrika aus. „Es wurde direkt geschrieben, um Mumia zu bekommen. Es wurde dem Präsidenten vorgelegt, der es unterschrieb. Es ist nicht so, daß er nichts über Mumias Fall weiß. Clinton hat Nachrichten und Appelle für Mumia Abu-Jamal aus aller Welt bekommen.“

Afrika fügte hinzu: „Dieser Kampf gilt nicht nur Mumia, sondern auch unseren Söhnen und Töchtern, die unter dieses Gesetz fallen könnten. Im Kampf gegen die rassistische Todesstrafe wird der 24. April ein wichtiges Datum sein. Wir können Mumias Fall gewinnen, aber nur, wenn wir uns vereinigen, um es zu tun. Du kannst dich nie auf das Rechtssystem verlassen. Du kannst nur auf die Kraft der Leute bauen“.


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:19
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