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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr. 2 / Januar 1999 - Seite
12
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Kurznachrichten
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Hinrichtung
auf den Philippinen
1.12.98
- Der Termin für die erste Hinrichtung auf den Philippinen seit 22 Jahren
ist auf die erste Januarwoche festgesetzt worden. Dann soll der 38jährige
Leo Echegaray wegen der Vergewaltigung seiner zehnjährigen Stieftochter
durch eine tödliche Injektion sterben. Echegaray ist einer von mehr als
800 zum Tode Verurteilten, die auf den Philippinen auf ihre Exekution warten.
Flüchtlinge
in Holland im Hungerstreik
1.12.98
- Mehr als 100 Flüchtlinge sind in einer Kirche der niederländischen
Stadt Den Haag in den Hungerstreik getreten, um gegen ihre drohende Abschiebung
zu protestieren. Die Mehrzahl der Hungerstreikenden kommt aus der Türkei.
Papua
Neuguinea: Gefängnisausbruch
1.12.98
- 30 Gefangene sind aus dem Bui lebi Correctional Service im südlichen
Hochland ausgebrochen. Sie hatten die Fenstergitter zersägt. Bis die
Polizei auftauchte, waren alle schon untergetaucht.
ETA-Häftlinge
im Hungerstreik
9.12.98
- Mehr als hundert Häftlinge der ETA haben Gefängnissen in Frankreich
und Spanien einen Hungerstreik begonnen. Sie fordern unter anderem die Verlegung
der etwa 600 inhaftierten ETA-Mitglieder ins Baskenland.
Luxemburg:
Antifolterkomitee rügt Isolation
5.12.98
Das Antifolterkomitee des Europarates hat die Isolation jugendlicher Straftäter
in Erziehungsheimen in Luxemburg und die Überbelegung dieser Heime gerügt.
Jugendliche unter 18 Jahre würden bis zu 10 Tage lang in einer Einzelzelle
festgehalten. Das Komitee hatte Erziehungsheim auf ihre menschenwürdigen
Bedingungen hin kontrolliert. Es kritisierte die materiellen Bedingungen der
Einzelzellen, wo sanitäre Anlagen, Heizungen und künstliches Licht
fehlten. Außerdem sei die räumliche Enge unerträglich gewesen.
Frankreich
- Polizist erschießt 17jährigen
13.12.98
- In Toulouse wurde der Jugendliche beim Autoklau erwischt und von einem Polizisten
versehentlich erschossen. Gegen protestierende Menschen aus dem
Viertel ging die Polizei anschließend gewaltsam vor.
Menschenrechtsverletzungen
in Deutschland - UN-Kommission kritisiert deutsche Regierung
Nach der
Sitzungsperiode des UN-Komitee für wirtschaftlich, soziale und kulturelle
Rechte im Nov./Dez. 1998 wurde in einer Erklärung die deutsche Regierung
für ihre Behandlung von Flüchtlingen deutlich kritisiert.
In ihren
zusammenfassenden Betrachtungen kritisiert die Kommission, daß in Deutschland
die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte gemäß dieser
Konvention zu wenig Rücksicht -auch durch die Gerichte - finden. Die
Erklärung befaßt sich von Punkt 13 bis 39 mit zahlreichen Mißständen.
Dazu zählen Arbeitslosigkeit, der unterschiedliche Standard zwischen
Ost- und Westdeutschland, aber auch der unwürdige Aufenthalt der Asylsuchenden
werden erwähnt: "Das Komitee ist (ebenfalls) betroffen von dem Status
der Asylsuchenden in Deutschland. Insbesondere die lange Verfahrensdauer,
die schlechten wirtschaftlichen und gesundheitlichen Bedingungen".
Das Komitee
fordert von der deutschen Regierung u.a. sofortige Maßnahmen im legislativen
und sonstigen Bereich, "sich erneut der Situation der Asylsuchenden anzunehmen,
insbesondere unter Beachtung der Allgemeinen Kommentierung Nr. 4 des Komittees.
Das Komittee erachtet es für notwendig, daß die Asylverfahren der
Flüchtlinge zügig behandelt werden und die Flüchtlinge unter
Beachtung ihrer gesundheitlichen, wirtschaftlichen und bildungsmäßigen
Rechte behandelt werden."
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