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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - So oder So Nr. 2 / Januar 1999 - Seite 10

Internationalistische Gefangene in Brasilien im Hungerstreik
„Der Hungerstreik endet, wenn die Freiheit beginnt“

[ Inhalt Nr. 2.]

Internationalistische Gefangene in Brasilien im Hungerstreik

„Der Hungerstreik endet, wenn die Freiheit beginnt“

Seit dem 16. November befinden sich zehn internationalistische Gefangene in Brasilien in einem unbefristeten Hungerstreik. „ Wir sind im letzten Kampf für unsere Freiheit, und wir werden entweder siegen oder sterben“, schrieben sie am zweiten Tag ihres Hungerstreiks.

Die fünf Chilenen, zwei Argentinier und zwei Kanadier fordern, daß sie in ihre Heimatländer entlassen werden. Ein brasilianisches Mitglied der Gruppe verlangt die Begnadigung vom Präsidenten Fernando Henrique Cardoso.

Kanada und Brasilien unterschrieben vor einiger Zeit einen Vertrag, nach dem dieses Jahr noch Christine Gwen Lamont und David Robert Spencer nach Kanada entlassen werden sollten. Aus den anderen Ländern gibt es bis jetzt noch keine Zusagen.

Seit Anfang Dezember sind die beiden argentinischen Gefangenen, Enrique y Humberto Paz aufgrund akuter Lebensgefahr in ein Krankenhaus verlegt worden.

Die 10 Linken entführten 1989 den Supermarktmillionär Abilio Diniz und forderten 30 Millionen Dollar Lösegeld. Zwei international bekannte Guerillaorganisationen waren an dieser Aktion vereint: die MIR aus Chile, und die FPL aus El Salvador. Das Ziel war den Befreiungskampf in El Salvador finanziell zu unterstützen..

Diniz wurde nach sechs Tagen unverletzt von der Polizei befreit.

Die verhafteten Internationalistas erklärten sich zu politischen Gefangenen. Sie wurden alle gefoltert. Verschiedene juristische Schritte, die sie unternahmen führten zu nichts, außer daß das ursprüngliche Urteil von 8 bis 15 Jahren auf 26 bis 28 Jahre heraufgesetzt wurde. In einem letzten Verfahren konnten sie erreichen als Gefangene mit politischer Motivation anerkannt zu werden. Aktuell läuft noch ein Revisionsverfahren, dessen Erfolg aber von ihnen nur in der Herabsetzung des Urteils von höchstens fünf Jahren eingeschätzt wird.

Zusagen der brasilianischen Justizbehörden auf teiloffene Haftstrafe, woraufhin sie einen 16tägigen Hungerstreik im April dieses Jahres abbrachen, wurden nicht eingehalten.

Bis jetzt fand sich von Seiten der brasilianischen Justizbehörden niemand zu einer Stellungnahme bereit. Ein Rechtsanwalt der Gruppe beschuldigte sie, den Fall seitdem zu verschleppen. „Sieben Monate sind seit dem ersten Hungerstreik vergangen. Die Regierung hat nichts getan.“

„Wir akzeptieren keine Art von Versprechen“ sagten die Gefangenen in ihrer Erklärung vom Dienstag. Die Gefangenen sind auf zwei Gefängnisse in Sao Paulo verteilt. „Der Hungerstreik endet, wenn die Freiheit beginnt“.


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:19
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