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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr.1/November 1998 - Seite
8
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Dezember 1998: Weltweiter Aktionstag der Solidarität mit den politischen
Gefangenen in Peru
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10.
Dezember 1998: Weltweiter Aktionstag der Solidarität mit den politischen
Gefangenen in Peru
Internationales
Treffen von Menschenrechts- und Solidaritätsgruppen ruft zu Aktionen
auf / Entsendung einer internationalen Delegation nach Peru
Von der
UNO ist der 10. Dezember der internationale Tag der Menschenrechte
- von Solidaritätsgruppen in aller Welt der internationale Kampftag
für die Freiheit der politischen Gefangenen weltweit.
Politische
Gefangene gibt es (fast) überall auf der Welt, aber immer dort, wo um
gesellschaftliche Befreiung gekämpft, wo gegen Ausbeutung und Unterdrückung
aufgestanden wird. Und wo wäre das nicht so?
Internationale
Solidarität ist gefordert. Sie ist oft die einzige Waffe gegen Folter
und Mord in den Gefängnissen der Welt. Der internationale Kampftag für
die Freiheit aller politischen Gefangenen weltweit am 10. Dezember soll dieser
notwendigen Solidarität Ausdruck geben. Denn Menschenrechte sind kein
Tauschgeschäft zwischen Staatsmacht und Individuum. Sie sind kollektives
Recht auf menschliche Existenz, soziale und ökonomische Würde, gesellschaftliche
und politische Selbstbestimmung. Und dieses Recht muß erkämpft
werden. Erst-recht für und mit den Gefangenen.
Schwerpunkt
des diesjährigen 10. Dezember soll die Situation in den peruanischen
Gefängnissen sein.
Als am 17.
Dezember 1996 ein Kommando der MRTA in der peruanischen Hauptstadt Lima die
japanische Botschaft besetzte forderte es neben einer veränderten Wirtschaftspolitik,
die das Wohl der Mehrheit der Bevölkerung zum Ziel hatte, die Freilassung
von über 400 politischen Gefangenen. Das Kommando scheiterte an der harten
Haltung Fujimori's und dem Konsens der internationalen Staatengemeinschaft,
die die Stürmung der Botschaft und die Ermordung des Kommandos nach über
vier Monaten begrüßte.
Die entschlossene
Aktion der MRTA, aber auch der Mord an den Genossinnen und Genossen des Kommandos
werden nicht vergessen.
Als Fujimori
im September erneut gewählt wurde fand ein Sturm auf den Präsidentenpalast
statt, der den Unmut der Menschen deutlich gezeigt hat. Bis heute hat sich
die Situation der an über 6000 politischen Gefangenen stetig verschlechtert.
Nachdem
der UNO - Menschenrechtsausschuß die Eingabe bezüglich Victor Polay
(MRTA) fünf Jahre lang unbearbeitet ließ, ist er nun aber ebenfalls
zum Ergebnis gekommen, daß Polay's Verfahren gegen die Menschenrechte
verstößt. Er wurde vor einem Schnellgericht verurteilt. Die Richter
haben Kapuzen über ihre Köpfe gestülpt, wie Scharfrichter.
Es gibt keine Möglichkeit der Verteidigung und die Prozesse enden mit
hohen Strafen. Der Ausschuß forderte deshalb schon im vergangenen November
die sofortige Freilassung, oder ein faires Gerichtsverfahren.
Dieser Appell
nutzte nicht. Fast ein Jahr ist seither vergangenen. Ohne internationale Solidarität
und Öffentlichkeit werden in peruanischen weiterhin politische Gefangene
hinter 70 cm dicken Mauern totalisoliert, oder erfrieren in Knästen,
die in 4000 Metern Höhe liegen, weil die Fenster keine Scheiben haben,
geschweige denn eine Heizung existiert.
Freiheit
für Victor Polay und all die anderen Gefangenen der peruanischen Diktatur.
Mitte September
fand in Buenos Aires/ Argentinien ein internationalen Treffen verschiedener
Menschenrechts- und Angehörigenorganisationen und Solidaritätsgruppen
Lateinamerikas und Europas für die Freiheit der politischen Gefangenen
statt. Dieses Treffen entschied sich für den 10. Dezember als internationalen
Tag der Solidarität mit den politischen Gefangenen. Als gemeinsame internationale
Aktivität wurde vereinbart, eine Delegation bekannter Persönlichkeiten
in die peruanischen Gefängnisse zu entsenden und zu Protestaktionen in
aller Welt aufzurufen.
Libertad!
und das Organisationskomitee der internationalen Arbeitskonferenz Befriedung
oder Befreiung unterstützen die Delegation. Es ist eine Möglichkeit,
die peruanischen Zustände offenzulegen und das Schweigen zu brechen.
Diese Initiative
braucht Unterstützung. In politischer Hinsicht, aber auch finanziell.
Wir stehen
für weitere Auskünfte zur Verfügung. Spenden sind willkommen,
bitte unter Stichwort Peru an das genannte Konto.
Libertad!
und das Organisationskomitee rufen ebenfalls dazu auf, den 10. Dezember 1998
zum Aktionstag für die Freiheit der peruanischen Gefangenen zu machen.
Durch vielfältige und einfallsreiche Aktivitäten Öffentlichkeit
zu schaffen und Druck zu erzeugen. Meldet euch bei uns.
Freiheit
für die politischen Gefangenen weltweit!
12.10.1998
- Libertad! / Organisationskomitee
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