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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - Nr.1/November 1998 - Seite 8
Kurznachrichten (II)
[ Inhalt Nr. 1.]

Nordirland: Die ersten Frauen kommen endlich frei

27.10.98 - Rosaleen McCorley (41) und Marie Wright (38) sind die ersten weiblichen republikanischen Gefangenen, die im Rahmen der nordirischen „Karfreitag-Übereinkunft“ das Maghaberry-Gefängnis verließen. Mit Freunden, Familien und anderen republikanischen Unterstützern feierten sie ihre wiedergewonne Freiheit nach 10 Jahren auf einem Straßenfest.

„Wir verfolgten die Verhandlungen im Fernsehen. Wir lasen jeden Kommentar, sahen jede Sendung. Das setzte sich in den Besuchen fort. Wir waren hungrig auf jedes Detail“, so Rosaleen McCorley, „aber wir hatten zu allem eine fatalistische Haltung, vor allem zum Haftent-lassungsprogramm“.

Marie Wright erinnernt an die fortwährende Diskriminierung weiblicher Gefangener: „Es sah so aus, als gäbe es keine Logik in dem Entlassungsprogramm und wir dachten, es läuft eben wie es läuft. Aber als dann annähernd 130 männliche Kriegsgefangenen frei kamen, fingen wir an zu überlegen, das dies ein vorsätzlicher Akt gegen Frauen sei. Von uns war zu diesem Zeitpunkt noch keine entlassen. Die Erfahrung in der Vergangenheit war immer, daß die Frauen eher diskriminiert und ihre Angelegenheiten von den Justizbehörden verzögert werden...“ .

Japan: Gefangene werden wie Tiere behandelt

27.10.98 - Bereits kleinste Regelver-letzungen von Gefangenen führen zu schwersten Strafen, die der Folter gleichkommen. So müssen Gefangene stundenlang regungslos in einer bestimmten Position sitzen. Nach wie vor stehen 17 Delikte in Japan unter der Androhung von Todesstrafe.

Türkei: Amnestie anläßlich der Feiern zum 75. Jahrestag der Republikgründung?

Zu Überlegungen innerhalb der herrschenden türkischen Parteien sagte Ibra-him Kasapoglu (Mitarbeiter der prokurdi-schen Tageszeitung Özgür Gündem):

"Wenn dieser Staat sein 75jähriges Bestehen feiert, dann feiert er auch 75 Jahre brutale Unterdrückung des kurdisches Volkes. Dann feiert er die blutige Niederschlagung des Aufstandes in Dersim 1938, wo das türkische Militär Zehntausende von Toten zu verantworten hat. Dann feiert dieser Staat drei Militärputsche, die ständige Bedrohung von Armenien, Syrien und Griechenland. Dann feiert dieser Staat auch seine Gefängnisse, also Folter- und Isolationshaft, das "Verschwindenlassen" von Oppositionellen und natürlich sein Antiterrorgesetz, das ja die Grundlage für die Verurteilung der politischen Gefangenen bildet. Wahrscheinlich wird nur ein kleiner Teil der Gefangenen in den Genuß dieser Amnestie kommen. Die gesetzliche Grundlage für die Verfolgung und Verurteilung Oppositioneller, das Antiterrorgesetz, wird ja nicht verändert. dann werden die Knäste schnell wieder genauso voll, wie sie es vorher waren. Außerdem, was heißt schon Amnestie? Amnestie kann ja nur bedeuten, daß eine Strafe, die für ein Verbrechen verhängt wurde, verkürzt wird. Aber die politischen Gefangenen haben keine Verbrechen begangen. Die Forderung kann nur sein: 'Freiheit für alle politischen Gefangenen'."

Ibrahim Kasapoglu (41), wurde 1981 verhaftet und saß 15 Jahren wegen Mitgliedschaft in der PKK in türkischen Knästen.


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:19
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