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So
oder So - Die Libertad!-Zeitung
- Nr.1/November 1998 - Seite
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Kurznachrichten
(I)
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Ex-Gefängnischef
erschossen
24.8.98
- Der als Schlächter von Teheran verschrieene frühere
Gefängnis-Direktor Assadollah Ladschewardi wurde am Sonntag erschossen.
Laut afp erklärten die Volksmudschahedin, daß sie die Aktion durchgeführt
hätten.
USA:
Mumia Abu Jamal
29.10.98
- Der Supreme Court von Penn-sylvania schlägt den Antrag auf einen neuen
Prozeß nieder. Somit hat Gov. Ridge die erneute Möglichkeit die
Hinrichtung anzuordnen. Falls dieser Befehl jetzt ergeht, kann Mumia innerhalb
von 30 Tagen exekutiert werden. Die Anwälte versuchen weitere juristische
Schritte - auch wenn die Aussichten schlecht sind.
1997 wurden
in den USA 74 Menschen hingerichtet. Das ist die höchste Zahl seit 40
Jahren.
Hingerichtete
als Organbank
16.10.98
- Nach Informationen des Weltärztebundes werden weltweit Hinge-richete
als Organbank mißbraucht. In den seltensten Fällen liegen Einwilligungen
vor. Verdacht besteht, daß angesichts des weltweiten Mangels an Organspender/innen,
Hinrichtungen vollstreckt werden, um der Nachfrage nach Organen entsprechen
zu können
Heidi
Schulz entlassen
22.10.98
- Das frühere Mitglied der RAF wurde aus gesundheitlichen Gründen
nach 16 Jahren aus dem Knast Köln-Ossendorf entlassen. Der Bundesgerichtshof
ordnete die Haftunterbrechung zunächst für ein halbes Jahr an.
Meuterei
in türkischem Gefängnis - Dutzende Geiseln genommen
23.10.1998
- Im Cankiri-Gefängnis wurden die Zellen der DHKP-C Gefangenen unter
Einsatz von Gasbomben angegriffen. 15 Gefangene erlitten schwere Verletzungen.
Zur Verteidigung errichteten Gefangene Barrikaden in den Zellen.
Auch im
Bergama-Gefängnis kam es zu einem Angriff, wo die Gefangenen gegen den
Angriff in Cankiri protestiert hatten. Es wurden dort 11 Gefangene verletzt.
Die zunehmenden
Angriffe in den Gefängnissen werden gezielt durchgeführt: Die Gefangenen
sollen in die nach deutschen Vorbild gebauten Isolationsgefäng-nisse
zu verlegt werden.
Seit die
Angriffe am 19. Oktober 1998 im Gefängnis Ceyhan begannen, wehrten sich
die Gefangenen: im Ber-gama-Gefängnis wurden 7 Gefängnisaufseher
als Geisel genommen und Barrikaden errichtet, ebenso in den Gefängnissen
Ümraniye (2 Gefängnisleiter, 30 Gefängnisaufseher), Bursa (4
Gefängnisaufseher), Canakkale (9 Gefängnisaufseher) und in Ankara
(10 Gefängnisaufseher).
In türkischen
Gefängnissen sitzen derzeit mindestens 9000 Mitglieder/innen Sym-phatisant/innen
linker und kurdischer Organisationen. Schon im April hatten politische Gefangene
in sieben Gefängnissen über 50 Wachmänner zwei Tage lang festgehalten,
um gegen ihre geplante Verlegung in andere Gefängnisse zu protestieren.
Elektronische
Überwachung von Asylbewerbern
27.10.98
- Das britische Innenministerium plant verdächtige Asylbewerber/innen
elektronisch zu überwachen. Mittels elektronischen Sendern, die die Flüchtlinge
tragen müssen, sollen verhindert werden, daß sie während des
Asylverfahrens untertauchen.
Türkei:
Akin Birdal verurteilt
27.10.98
- Akin Birdal, Präsident der IHD, wurde vom Staatsgerichtshof Ankara
zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Grund: Der auf einer Kundgebung ge-sproche
Satz Das System der Folter wird solange in unserem Land existieren,
solange das kurdische Volk seiner Rechte beraubt ist. Akin Birdal wurde
im Frühjahr 1998 bei einem Anschlag durch 8 Schüsse der staatlichen
Kontraguerilla schwer verletzt.
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