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Action Directe: Solidarität mit Régis Schleicher
Zu: Nr. 14, S. 13 - Interview Joelle Aubran

 

Vor 21 Jahren wurde das Mitglied der Guerilla-Gruppe Action Directe, Régis Schleicher, verhaftet und ist heute derjenige in Frankreich, der seit Auguste Blanqui die längste Haftstrafe absitzt. Für den 18. Juni wurde von "Défense Active" zu einer Solidaritätskundgebung in Troyes aufgerufen.

Régis Schleicher wurde im März 1984 als Mitglied von Action Directe verhaftet. Er wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe mit einer Mindesthaftzeit von 15 Jahren verurteilt. Danach hätte er im März 1999 freigelassen werden können. Tatsächlich wurden alle seine Anträge auf Freilassung auf Bewährung jedoch abgelehnt. Seit über 21 Jahren wird er vom französischen Staat unter üblen Haftbedingungen festgehalten. Er ist der politische Gefangene, der zumindest seit 1945 die härteste Strafe abgesessen hat. Selbst heute noch, nach einer fünften Ablehnung seines Antrages auf Entlassung zur Bewährung, sitzt er im Gefängnis von Clairvaux in Isolationshaft. Défense Active, die Solidaritätsgruppe mit den Gefangenen aus Action Directe hat herausgefunden, dass Regis Schleicher seit dem Revolutionär Auguste Blanqui im 19. Jahrhundert in Frankreich der Gefangene ist, der am längsten durchgehend im Knast ist.
Nach 20 Jahren versuchte Régis Schleicher im Jahre 2003 aus dem Gefängnis von Moulins auszubrechend.
Seitdem ist Régis Schleicher erneut in Isolationshaft. Die Gefängnisdirektion hat den Ausbruchsversuch zur "Geiselnahme" gemacht, die nicht stattgefunden hatte. Angeklagt wurde er deswegen auch nie. Ebensowenig seine Beteiligung an Revolten.

Anfang 2006 wird Régis Schleicher einen erneuten Antrag auf Freilassung stellen. Schon jetzt entscheidet die Bewährungskommission über die Haftentlassung von anderen Gefangenen aus Action Directe: am 17. Juni 2005 wegen Georges Cipriani in Colmar, am 20. Juni wegen Nathalie Ménigon in Arras und am 18. Juli wegen Jean-Marc Rouillan in Tarbes zusammenfinden.

Die Solidaritätskundgebung am 18. Juni in Troyes ist Teil der Kampagne für die Freilassung der gefangenen Militanten aus Action Directe. Im Aufruf von Défense Active heisst es: "Die Situation dieser Militanten ist exemplarisch dafür, welche Perspektive die Kapitalisten und ihr Staat denjenigen zugedacht haben, die zu kämpfen wagen. Sich gegen die Gewalt der Ausbeutungsverhältnisse zu erheben hat seinen Preis: Eliminierung. Diese kann je nach Kontext und Dringlichkeit ganz verschiedene Formen annehmen. Aktuell ist sie hier ein Flechtwerk aus Sondergesetzen und Gesetzen, die dem Begraben unter dem Bleimantel des Knastes dienen sollen."
Défense Active ist bewusst, dass Troyes für viele weit weg ist, auch innerhalb Frankreichs. Deswegen fordert sie diejenigen, die nicht kommen können, auf Kundgebungen und Treffen zu organisieren, Flugblätter zu verteilen..., "all das was ihr tun könnt und was ihr in Eurer Stadt, in Eurer Region gerne machen wollt".

Kontact: Défense Active – 80,rue de Ménilmontant – Paris 20

Aufruf zur Kundgebung
Zur aktuellen Situation der Gefangenen aus AD (April 2005)
21:6:5 - "21 Jahre im Rhythmus der Knastwillkür...", Brief von Régis Schleicher, Clairvaux 17. März 2005


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Dokument veröffentlicht am 17.06.2005 um 7:31 Uhr durch admin
zuletzt geändert am 09.03.2006 - 11:07
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