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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - MAGAZIN Nr. 2/Sommer 2000 - Seite 32
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[ Inhalt MAGAZIN Nr. 2 .]
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... nach dem Tod der 3000 Bananenpflücker in Macondo und den 32 verlorenen Kriegen des Aureliano Buendia

FARC-Guerillas im Department Caquetá (Juni 1977)

Garcia Marquez' "Hundert Jahre Einsamkeit" ist der bekannteste kolumbianische Roman. Am Ende der Geschichte vom Leben und Sterben des Buendia-Clans steht die achtzehnte Taufe eines Aureliano: "Er soll Aureliano heissen und 32 Kriege gewinnen.“
34 Jahre nach Erscheinen der Prophezeihung 1967 fliehen die Bananenarbeiter Urabás vor den Gewehren der Paramilitärs; Kolumbien steht mitten in einem Krieg, dessen Beginn und Ende niemand
datieren kann.

Kolumbien 2000 - Ausgewählte Sachbücher, Zeitschriften und Homepages:


Politischer Konflikt, Guerilla, Paramilitärs: Kolumbien – grosse Geschäfte, staatlicher Terror und Aufstandsbewegung, von Raul Zelik und Dario Azzelini (1999, 240 S., isp-Verlag, 29,80 DM). Übersichtlich strukturierte Einführung in die politische Geschichte und Aktualität des Landes. Der Paramilitarismus wird ausführlich behandelt, die Linke ausserhalb von FARC-EP und ELN nur skizzenhaft dargestellt. Die Perspektive der linken Autoren ist deutlich parteilich, ohne in Lobhudeleien oder Verdammungen dieser oder jener Organisation zu verfallen. Gut lesbar.

Kultur, Politik, Wirtschaft, Recht: Kolumbien - Land der Einsamkeit?, herausgegeben von Sevilla/von Haldenwang/Pizarro (1999, 315 S., Horlemann-Verlag, 38 DM). Unter anderem dem Parteiensystem, der Kolonialliteratur, der Aussenpolitik und der Landfrage widmen sich siebzehn Analysen kolumbianischer und deutscher WissenschaftlerInnen, die in dem Band des Tübinger Instituts für die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern enthalten sind. Die Qualität der Beiträge schwankt natürlich, wobei der Kenntnisreichtum der AutorInnen - ausgewiesene “Expert/innen” - nicht in Frage steht. Akademisch, fortschrittlich.

Menschenrechte und Solidarität: Die Veröffentlichungen der Deutschen Menschenrechtskoordination Kolumbien (Postfach 1347, 72603 Nürtingen) sind informativ, aber selten. Regelmässiger berichten die Lateinamerikanachrichten (zuletzt Kolumbien-Schwerpunkt in der Ausgabe Januar 2000, Tel 030 - 6946100) und die ila (für die Ausgabe November 2000 ist ein Kolumbien-Schwerpunkt angekündigt, Tel 0228 - 658613). In englisch und spanisch gibt es unzählige Homepages kolumbianischer und us-amerikanischer Menschenrechtsgruppen, besonders erstere sind jedoch selten aktualisiert. Einen Überblick kann man sich bei den Netzaktivist/innen Equipo Nizkor verschaffen: http://www.derechos.org/nizkor/colombia

Friedensprozess: die von den Delegationen der FARC und der Regierung gemeinsam betreute Seite http://www.dialogos.com.co soll die Bevölkerung über den Verhand-lungsprozess und die Möglichkeiten zur Teilnahme informieren. In einfachen Worten, mit Fotos, Schaubildern und Comic-Strips (!) illustriert, werden Tagesordnung und Funktionsweise der öffentlichen Hearings erklärt. Spanisch. Sehenswert!

FARC-EP: Seit Mai 2000 gibt es mit der Resistencia eine deutschsprachige Zeitschrift der Guerillaorganisation. Die Beiträge, zumeist Hintergrundartikel, sind ohne Ausnahme und ohne Kommentar von der kolumbianischen Ausgabe übernommen, ebenso das ansprechende Layout. (Verlag 8. Mai GmbH, Tel 030 / 5363550). Ausführlichere Informationen in spanisch, englisch und französisch finden sich auf der FARC-Homepage http://burn.ucsd.edu/~farc-ep

ELN: Die ELN verfügt über kein deutschsprachiges Printmedium, ihr Radiosender Patria Libre aber unterhält im Internet eine deutsche Seite. Nicht das Communiqué der letzten Woche, dafür aber grundlegende Informationen über die ELN und Fragen wie Erdölpolitik, Verhandlungsprozess finden sich unter http://www.nadir.org/nadir/initiativ/rpl. In spanisch (und englisch) bietet die ELN eine aktuelle Seite unter http://www.voces.org.

USA: Der Journalist Paul Wolf hat Dokumente und Artikel zum Kokaanbau, Drogenhandel und war on drugs zusammengestellt: http://www.icdc.com/~paulwolf/drugwar. Die Colombia-Page des demokratisch gesinnten Center for International Studies bietet einen umfassenden Einblick in die US-Kolumbienpolitik: http://www.ciponline.org. Beide sind übersichtlich, informativ und - englischsprachig.

Stadtplan der Erinnerung
Den Verschwundenen eine Stimme!

Mit einem Film und Strassenumbennungen soll die Erinnerung sichtbar gemacht werden

300 Menschen verschwinden jedes Jahr in Kolumbien - zumeist Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen, Bauernvereinigungen oder oppositionellen Gruppen. Aber auch Strassenkinder, Homosexuelle und Prostituierte werden Opfer dessen, was als „soziale Säuberung“ bezeichnet wird. Die Täter sind Paramilitärs, Geheimdienste, Polizei und das Militär - ein Faktum, das erklärt, warum trotz internationaler Proteste 99% aller Fälle unaufgeklärt und straffrei bleiben. Wo keine Leiche ist, gibt es kein Delikt - Verfahren eingestellt. Die Angehörigenorganisation ASFADDES, Asociación de Familiares de Detenidos Desaparecidos, setzt sich deshalb seit zehn Jahren dafür ein, dass das gewaltsame Verschwindenlassen als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gesetzlich geächtet wird.

„Das Verschwindenlassen löscht die Geschichte jedes einzelnen Menschen aus. Ihr politischer Kampf muss wieder sichtbar gemacht, es muss ihnen eine Stimme gegeben werden. Wir versuchen, das Verschwindenlassen im kollektiven Gedächtnis der KolumbianerInnen zu verankern“, so Pedro Campoy von der in Berlin und Kassel ansässigen Gruppe ISKA - Internationale Solidarität und Kulturaustausch. Die KünstlerInnen und Filmschaffenden aus verschiedenen Ländern, unter ihnen auch der Sohn einer Verschwundenen, haben in einem Dokumentarfilm die Mitglieder von ASFADDES begleitet und die Geschichte von Verschwundenen exemplarisch rekonstruiert. Der untertitelte Film, der voraussichtlich im Herbst 2000 fertiggestellt sein wird, soll die deutsche Öffentlichkeit sensibilisieren. In Kolumbien planen die ISKA-Mitarbeiter/innen, den Film auf einer Veranstaltungsrundreise vorzustellen. Sie knüpfen damit an das ISKA-Projekt „nN - No Name“ an: 70 Strassen im Zentrum Bogotás, die nach US-Vorbild nur durch Nummern zu unterscheiden sind, sollen die Namen Verschwundener erhalten und so einen „Stadtplan der Erinnerung“ bilden.

Kontakt: ISKA, Lausitzer Strasse 10, 10999 Berlin
Telefon: 030 - 61286089, Fax: 030 - 6111583


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:17
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