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Zeitung für internationale Solidarität für die Freiheit der politischen Gefangenen!
So oder So - Die Libertad!-Zeitung - EXTRA Juni 2001
 
Deportation.Class
[ Inhalt EXTRA - Juni 2001 -.]

Lufthansa goes offline
Am 20. Juni 2001 wird online gegen die Lufthansa AG demonstriert

[Artikel aus "deportation.class", gemeinsame Zeitung von 'kein mensch ist illegal' und 'Libertad!' - Juni 2001, Seite 1]

Tag für Tag werden über 100 Menschen ausser Landes verfrachtet, allein weil sie keinen deutschen Pass besitzen. Die Polizisten und Behörden, die diese Menschenrechtsverletzungen planen und durchfüh-ren, können dabei auf das weltweite Verbindungsnetz der grössten deutschen Fluglinie zurückgreifen: Die Lufthansa AG stellt für die Abschiebungen ihre Direktflüge zur Verfügung - Geschäft ist Geschäft. Aber deportation business kann kein business as usual sein.
Noch im März auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin hatten Konzernsprecher voller Zuversicht erklärt, man habe im vergangenen Jahr erstmals über eine halben Million Tickets über das Internetportal verkauft und plane, den Online-Anteil bis zum Jahr 2005 auf 25 Prozent des Gesamtumsatzes zu steigern. Das Szenario leerer Bildschirme während der Jahreshauptversammlung wäre ein denkbar schlechter Start für die hochtrabenden Pläne des "zukunftsorientierten Netzkonzerns."
Proteste verschärfen sich
Nach tumultartigen Protesten auf der vergangenen Aktionärsversammlung im Juni 2000 hatte Vorstandsvorsitzender Jürgen Weber schliesslich erklärt, mit dem Innenministerium über eine Ende der Abschiebeflüge in Verhandlung treten zu wollen. Aber bei dieser Ankündigung blieb es. Offenbar hatte man in der Vorstandsetage nicht einkalkuliert, dass sich die Proteste verschärfen würden, wenn den Worten keine Konsequenzen folgen. kein mensch ist illegal und Libertad! erhalten mittlerweile Unterstützung von AbschiebegegnerInnen und NetzaktivistInnen von Australien bis Belgien, aus Spanien und Argentinien, die bereits angekündigt haben, am 20. Juni mit-zuhelfen, den Lufthansa-Server unter Druck zu setzen. Der Online-Protest ist von vornherein so konzipiert, dass nur eine Grossdemonstration die Internetpräsenz der Lufthansa in die Knie zwingen kann. Alles hängt also von breiter Beteiligung ab. Um dies zu gewährleisten, wird unter http://go.to/online-demo potentiellen E-DemonstrantInnen eine eigens programmierte »Online Protest Software« zum download zur Verfügung gestellt. Einmal installiert, erlaubt diese nutzerInnenfreundliche und zugleich effektive Software, jeder und jedem unabhängig der Computerkenntnisse an dem virtuellen Go-In teilzunehmen - durch einige wenige Mausklicks zur rechten Zeit. Weder werden dabei Daten zerstört noch geschlossene Systeme geknackt - allein der Zugang wird blockiert. Wie das zu verstehen ist? Wie ein virtuelles Go-In: man stelle sich etwa vor, wie in einem Reisebüro nicht fünf, sondern zweihundertundfünfzig Menschen gleichzeitig Reiseauskünfte einholen wollen - und übertrage diese Szene auf das Internetportal der Lufthansa. Um zu unterstreichen, dass es sich um eine Demonstration handelt, für die im öffentlichen Raum Cyberspace das gleiche Grundrecht beansprucht wird wie auf öffentlichem Strassenland, meldete kein mensch ist illegal-Sprecher Jan Hofmann den virtuellen Protest beim Ordnungsamt Köln an - per email, versteht sich.


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CopyLeft © Libertad! / Dokument zuletzt geändert am 11.03.2006 - 18:16
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