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(April 1995) Flugblatt des Antifaschistischen Komitees (Bremen) und Kein Friede (Frankfurt/M) zum 50. Jahrestag der Selbstbefreiung der Gefangenen aus dem KZ Buchenwald Abschnitte: * Vor 50 Jahren und auch heute * Die "Stunde Null" gabe es nie * Die Justiz * Das Militär * Die Politik * Die Kapitalisten * 50 Jahre danach * Der Kampf um das Gedenken ist der Kampf um die Gegenwart * Kasten zu Buchenwald *
Am 8. Mai 1945 endete der 2. Weltkrieg mit dem militärischen Sieg der Alliierten über die faschistische deutsche Armee. In den Monaten vorher wurden die Überlebenden aus den Konzentrationslagern befreit, oder hatten wie in Buchenwald, einen Aufstand organisiert und das Lager schon unter ihrer Kontrolle als die US-Armee eintraf.
An die nationalsozialistischen Verbrechen, die Millionen Menschen verschiedener Nationalität, Religion, Sexualität und politischer Weltanschauung angetan wurden, erinnern und mahnen zahlreiche Organisationen und Gruppen.
Der 50. Jahrestag der Selbstbefreiung aus dem KZ Buchenwald ist für uns Anlaß an den Widerstand der Gefangenen, der am 11. April 1945 den Aufstand ermöglichte, zu erinnern: Damit die Erfahrung, daß auch in scheinbar ausweglosen Situationen Widerstand möglich ist, niemals verloren geht. Dazu erklärt die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA): "Das Konzentrationslager Buchenwald ist allen Rechten, Reaktionären und Faschisten ein Dorn im Auge. Sie können es nicht ertragen, - daß KZ-Insassen nicht nur Opfer waren, sondern aktiv Widerstand leisteten, - daß Widerstand unter den schwersten Umständen erfolgreich sein kann, - daß dieser Widerstand von Kommunisten geleitet wurde." Das internationale Lagerkomitee-Buchenwald rief am 9. April zum 50. Jahrestag zu einer Manifestation auf. Über 1000 ehemalige Häftlinge gedachten ihrer Selbstbefreiung. Mehrere tausend Menschen unterstützten diese eindrucksvolle Manifestation gegen Faschismus und Krieg auf dem Appellplatz von Buchenwald.
Wir, das Antifaschistische Komitee (AK) aus Bremen und Kein Friede aus Frankfurt/Main, organisieren gemeinsam am 23.4. eine weitere Fahrt nach Buchenwald. Wir wollen die Gedenkstätte besichtigen und im Anschluß daran eine Kundgebung abhalten, um dem organisierten Widerstand in Buchenwald unsere Achtung auszudrücken. Wir wollen mit unserer Fahrt deutlich machen, wie notwendig organisierter Widerstand gegen Faschismus und Rassismus, Imperialismus und Krieg ist. Heute wie damals. Denn wir können nicht über den deutschen NS-Faschismus reden, ohne den Bezug zu Ausbeutung und Unterdrückung heute, zur Rolle Deutschlands in der Festung Europa 1995, herzustellen. Wie wir auch keinen Hitlerismus außerhalb der Kontinuität der Herrschaft preußischer Zucht und Ordnung, ohne die Kasernenhofdisziplin und den Fabrikdrill erkennen. Wir sagen: Ein tatsächlicher Bruch mit den Großmachtsinteressen der kapitalistischen Wirtschaft, die das "Dritte Reich" vertrat, hat nie stattgefunden. Besiegt waren die Nazis und der Holocaust hatte ein Ende - die faschistische Wehrmacht mußte kapitulieren. Aber wir wissen: Der Faschismus wurde nicht mit seinen Wurzeln besiegt.
Die Mehrheit der Deutschen vertrat nach '45 mit Vehemenz: "Wir haben nichts gewußt!" oder kleinlaut: äWir konnten ja nichts dagegen tunô. Aber vor allem: "Wir haben den Krieg verloren." Als Niederlage begriffen, was als Sieg versprochen war, gab es für die meisten keine Befreiung. Wie auch: Immer schon "Opfer der Verhältnisse", mehrheitlich immer schon nur mitgemacht, wäre Befreiung aus diesen Verhältnissen der eigene Widerstand. Gestern wie heute.
Aber die Opfertracht ist der Anzug der Untertanen, der Jasager und Mitmacher. Die Tatsache, daß Hitler und die NSDAP durch sie gewählt wurde und nicht durch einen Putsch an die Macht kam, stört da nur. Diese Verlogenheit und Selbsttäuschung, die unmittelbar nach Kriegsende um sich griff, programmierte vor, daß niemals eine gesellschaftliche Aufarbeitung und Bewußtmachung über die eigene Rolle und Verantwortung im Faschismus stattfinden sollte.
Zusammen mit der antikommunistischen Interessensgleichheit der Westalliierten gegen die Sowjetunion, war DAS der Boden für den "Wiederaufbau", für das starke Deutschland von heute. Die Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus war 1945 wie heute entscheidende Staatsdoktrin. Wer auch da wieder mitmachte, war auch da wieder oben.
Kein einziger NS-Richter wurde je verurteilt, die meisten behielten ihre Roben an - und so mancher machte erst recht Karriere. So einer wie der Marinerichter Filbinger, der als Ministerpräsident das Gefängnis Stammheim und alles was dadrin geschah zu verantworten hat. Viele Gesetze wurden nach Korrektur einzelner Wörter einfach übernommen, und noch heute lernen alle angehenden Juristinnen und Juristen nach dem NS-Strafrechtler Maunz. Urteile gegen Linke und Rechte zeigen kontinuierlich seit '45 die Gesinnung der deutschen Justiz. Viele Kommunistinnen und Kommunisten, die die Greuel der KZ's überlebten, wanderten nur wenige Jahre nach Kriegsende wieder in die Knäste. 1955 wurde die FDJ, 1956 die KPD verboten. 1968 wurden die Notstandsgesetze verabschiedet, die im Inneren der Staatsmacht die gesetzlichen Grundlagen für die Aufrüstung von Polizei und Geheimdiensten schafften.
Bereits 11 Jahre nach der Zerschlagung der Wehrmacht war die Wiederbewaffnung, trotz massive Proteste, abgeschlossen.1956 fand die erste Rekrutenvereidigung statt. Spätestens seit dem 9. November 1989 ist die BRD Weltmacht. Rechtzeitig zum 50. Jahrestag sind die letzten alliierten Truppen abgezogen. Die Bundeswehr befindet sich wieder im Sprung zur weltweiten Verteidigungsarmee deutscher Wirtschaftsinteressen und großeuropäischer Krisenscenarien. Aus der Kapitulation wurde ein später Sieg. Die deutsche Armee zieht wieder durchs Brandenburger Tor. Wenn deutsche Soldatenstiefel wieder das Konzentrationslager Ausschwitz betreten, wie letztes Jahr bei einer "Ehrung", ist das alles andere als "Frieden und Versöhnung". Es ist die Demokratisierung des Krieges: aus "Eroberung" wird "Friedenssicherung", aus "Landsern" werden "Krisenreaktionstruppen". Und doch ist es nicht dasselbe wie vor 50 Jahren. Das Dogma deutscher Alleinherrschaft und Vernichtungspolitik hat zweckmäßig zeitgerechteren NATO-Richtlinien und einem europäischen Militärverbund Platz gemacht.
Ob Alt-Nazi wie Kiesinger, oder durch die "Gnade der späten Geburt" gesegnete Kanzler - die Politik ist dieselbe. Am 8. Mai 1985 standen Kohl und US-Präsident Reagan gemeinsam auf dem Soldatenfriedhof in Bitburg. Nach erfolgreicher Raketenstationierung und die Sowjetunion schon im wirtschaftlich-militärischen Würgegriff, läutete die regierungsamtliche Ehrbezeugung an den Gräbern der Waffen-SS die neudeutsche "Vergangenheitsbewältigung" erst richtig ein. Zwischen dem 40. und 50. Jahrestag der Befreiung liegen mehr als nur 10 Jahre. Deutschland ist größer geworden. Nach dem beschleunigten Zusammenbruch der DDR ist die "volle Souveränität" wiedererobert. Hoyerswerda, Rostock, die Abschaffung des Asylrechts, Solingen, Kriegspartei in Kurdistan... markieren die letzten Jahre.
Viele Großkonzerne, die nach '45 als Kriegsverbrecher liquidiert werden sollten, bestehen heute noch und sind größer denn je. Die Zyklon B-Produzenten von damals sind heute in vorderster Front bei den Giftmüllschiebereien in den Trikont. Der Giftgasangriff auf die kurdische Stadt Halabja wurde erneut in deutschen Präzisionslabors zusammengemischt. Das Land der ehemaligen Rasseforscher und Euthanasieverbrecher an behinderten Menschen kämpft um Gen-Patente und experimentiert wieder mit Medika-mentenversuchen. Die Macht der Banken ist ungebrochen. Der abstrakte Zusammenhang von Bilanzzahlen und menschlicher Ausbeutung flimmert mit jeder Hungerkatastrophe allabendlich bildlich in die Haushalte. Der "Europäische Großwirtschaftsraum", der alte Traum der Nazis, um dem deutschen Kapital die Basis für die angestrebte Weltherrschaft zu sichern, ist im "Europäischen Binnenmarkt" heute verwirklicht. Und wieder sind es deutsche Bosse und Banker, die den Ton angeben und den meisten Profit absahnen. Dabei kann ein 50 Jahre nach Kriegsende alle Demokraten erlösendes Reuebekenntnis zur Mitschuld an den Naziverbechen durch die Deutsche Bank nur helfen. Derjenige, der für Kumpanei wie Führungskraft im Nazifaschismus steht, der aber auch wie kaum ein anderer die personelle Kontinuität faschistischer Eliten im Wirtschafts-wunderland Bundesrepublik verkörpert, der ehemalige Chef der Deutsche Bank Herrmann Josef Abs, ist mittlerweile eben tot. Ebenso wie die meisten der Überlebenden der zahllosen Opfer aus den Todesfabriken der Rüstungskonzerne. Sie wurden nie entschädigt, immer nur verleugnet. Ihnen nützt der späte Trost aus der Vorstandsetage nichts mehr. Deutsche Waffen, Deutsches Geld, morden mit in aller Welt!
Bürokratisch der nationalsozialistische Terror, denn: "Ordnung muß sein", bürokratisch auch die Abwicklung der Geschichte: um den äAktendeckelô über den NS-Faschismus endgültig zuschlagen zu können, dazu nutzt die Bundesregierung die diesjährigen Gedenkfeiern. Das Motto der späten Geburt: "Endlich genug gebüßt zu haben" wird in Festakten zelebriert und verpackt in huldvolle Worte der Versöhnung. Und die braucht es auch. Wie sonst soll der erneute Marschbefehl für internationale Truppeneinsätze unterschrieben werden? Der Zusammenhang zwischen den nicht nachlassenden rassistischen Anschlägen und der deutschen Geschichte vor 50 Jahren soll gar nicht erst aufkommen. Seit 1982, seit der ägeistig-moralische Wendeô durch die CDU-Regierung, über den Besuch an den SS-Gräbern in Bitburg bis zur Asyl(brandstiftungs)-debatte, hat der Staat das heutige Mord-Klima geschaffen. Wäre die rassistische und deutschnationale Mobilisierung denkbar, ohne das schon vorweg Hitler, der Welteroberungskrieg und der Holocaust zum Bagatellfall der Geschichte erklärt worden ist? Zwischen der äAusschwitz-Lügeô und der Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus liegen nur graduelle Unterschiede. Einig sind sich die Verharmloser allemal darin, daß diese Geschichte kein Hinderungsgrund sein darf für die großdeutsche Wiedergeburt.
Um die Nazi-Verbrechen nochmals zu relativieren, werden mit großem Eifer angebliche oder tatsächliche äkommunistische Greuelô ausgegraben und aufgerechnet. Was als Kalte Kriegspropaganda die westdeutsche Gesellschaft schon für den imperialistischen Aufschwung fitmachte, wird im Zuge des Zusammenbruchs der staatsozialistischen Länder und ihrer kapitalistischen Vereinnahmung im Licht der Siegernation betrachtet und konditioniert das Volk erneut als Personal der neuen Weltmacht.
Der Kampf um das Gedenken ist der Kampf um die Gegenwart
Die Erfahrung, daß die Gefangenen in Buchenwald ihren Kampf über alle politischen und ideologischen Differenzen hinweg führten, gehört dazu. Kein Zufall ist, daß die, die schon vor 1933 gegen Unterdrückung und um Befreiung kämpften den bewaffneten Aufstand, die Selbstbefreiung organisierten. Die Kommunisten waren diejengen, die sich gemeinsam mit anderen Genossen und Widerstandskämpfern aus den besetzten europäischen Ländern in die Lage versetzten, auch unter diesen Bedingungen Widerstand zu leisten, mehr noch, eine illegale Struktur aufzubauen. Unter den deutschen politischen Gefangenen hatten sie die meisten Todesopfer. Und trotzdem standen sie an dessen Spitze. Diese Erfahrung ist zentral für die Ausdauer und den Mut - beides brauchen wir auch heute.
Der Geschichtsrevisionismus hat sein Ziel nicht in der Geschichte, sondern in Gegenwart und Zukunft. Aber nicht nur die Geschichte des Wi-derstands gegen den Nationalsozialismus wird relativiert, verfälscht und beleidigt. Auch die Geschichte der radikalen und revolutionären Linken seit 1968, unsere Geschichte, wie wir selbst sollen in diesem Deutschland keinen Platz mehr haben. "Jeder Widerstand ist zwecklos" - heißt die Devise im neuen Deutschland. Aber wir werden weiter für eine linke, eine radikale und eine revolutionäre Massenbewegung kämpfen - trotz aller Probleme, trotz vielfältiger Resignation und Rückzug allerorten in unserem Land.
Der exemplarische Selbstbefreiungskampf der gefangenen Genossen im antifaschistische Widerstand gegen das Naziregime, wie die Erfahrungen der Kämpfe und Bewegungen, die seit dem emanzipatorischen Aufbruch nach 1968 den Faden der Resistance wieder aufnahmen, sind uns Ansporn. "1968 hat mehr Werte in der Gesellschaft zerstört als der Nationalsozialismus" - das war die Parole des Wendevordenkers und CDU-Chefideologen Heiner Geisler - und das ist die Feindmarkierung bis heute.
SETZEN WIR DIE KONTINUITÄT DES INTERNATIONALEN WIDERSTANDES GEGEN DAS KAPITALISTENPACK ! FÜR EINEN ORGANISIERTEN REVOLUTIONÄREN ANTIFASCHISMUS ! KEIN FRIEDEN MIT DEM IMPERIALISMUS !
Am 24.4.1937 erteilte das thüringische Innenministerium den Auftrag an die Landesuntersuchung Jena ein Gelände von 75 Hektar festzustellen, "wo im Umkreis von 25 bis 30 km von Weimar abbaufähige Lehmlager vorhanden sind und in deren nächster Nähe man ein Lager errichten kann". Buchenwald war nach dem 1933 errichteten KZ Dachau und dem 1936 gebauten KZ Sachsenhausen das dritte große Lager im deutschen Reichsgebiet. Für 8000 Häftlinge geplant, umfaßte das Lager im September 1944 mehr als 84.000 Gefangene. Über 56.000 Häftlinge kamen in den Jahren bis zur Selbstbefreiung um's Leben. Sie wurden erschossen, erhängt, erschlagen, massenhaft durch Arbeit vernichtet, sie verhungerten und erfroren. So zu Tode gekommen wurden sie erst in der Stadt Weimar, später im lagereigenen Krematorium verbrannt. Unzählige starben nach der Befreiung in unmittelbarer Folge der unmenschlichen Haft. Von den sowjetischen Kriegsgefangenen überlebte keiner. Sie wurden planmäßig noch in den letzten Kriegswochen hingerichtet.
Buchenwald hat von seiner Entstehung im Juli 1937 bis zu seiner Selbstbefreiung am 11. April 1945 drei sehr unterschiedliche Phasen erlebt: Der erste Abschnitt ist die Zeit vom Aufbau des Lagers bis zum Kriegsbeginn am 1. September 1939. Der zweite Abschnitt reicht von September 1939 bis Ende 1941. Der dritte Abschnitt von Juli 1942 bis zum 11. April 1945. Eine besonders grausame Zeit für die Häftlinge war die erste Phase, in der in täglich 14-16 stündiger schwerster körperlicher Arbeit aus dem Nichts das große Lager entstand. Willy Schmidt, überlebender Häftling berichtet: "Innerhalb von zwei Jahren entstand mitten im Buchen- und Eichenwald auf dem 470 m hohem Ettersberg das KZ Buchenwald. Die ersten drei Monate hieß das KZ Ettersberg. Da Goethe mit der Frau von Sein oft auf dem Ettersberg lustwandelte, wurde es auf Protest der Weimarer Goethe-Freunde in Buchenwald umbenannt".
In der zweiten Phase bis 1943 ging es zunehmend um die gewinnbringende Ausbeutung der Arbeit der Gefangenen. Vernichtung durch Arbeit kennzeichnete den Faschismus im Lager ab 1943. 136 Außenkommandos bis hinein ins Ruhrgebiet gehörten zum KZ-Buchenwald. Hinter diesem Begriff verbargen sich zumeist Sklavenlager mit Buchenwaldhäftlingen, die weitab von Weimar für deutsche Konzerne schufteten. In dieser Zeit begann der Großeinsatz von Buchenwaldhäftlingen in den Rüstungsbetrieben "Mittel- und Westdeutschlands". Flick, Krupp und Thyssen, die IG-Farben, Siemens und AEG, Mercedes Benz und VW sowie unzählige andere Geldgeber des NS-Staates, beschäftigten in ihren Betrieben zigtausende KZ-Häftlinge, deren Ausbeutung zu außerordentlichn Gewinnspannen führte. 1944 etwa erhielt die SS für die Vermietung der Häftlinge aus dem KZ-Buchenwald 60.624.229,70 Reichsmark. Mit das Grauenhafteste war das unterirdische Lager "Dora". Die Häftlinge mußten 12 Stunden täglich im Schacht arbeiten und kamen wochenlang nicht ans Tageslicht. Sie galten als "Geheimnisträger" und waren dem Tode bestimmt - "Dora" galt dem Bau der 'Geheimwaffen', mit denen England vernichtet werden sollte. Tausende von Gefangenen wurden im wahrsten Sinne des Wortes 'verschrottet'. Alle paar Wochen ersetzte ein neuer Transport aus Buchenwald die bereits toten Arbeitskräfte in "Dora". Selbst unter diesen unmenschlichen Bedingungen setzten Häftlinge ihren Kampf fort und sabotierten die Produktion. Viele nach England abgeschossene V-Waffen waren Blindgänger oder stürzten vorher ab.
Das internationale Lagerkomitee. Den jahrelangen und alltäglichen Terror muß sich vor Augen geführt werden, um die Bedingungen zu verstehen, unter denen in einem langandauernden konspirativen Prozess sowohl permanente Sabotage als auch der bewaffnete Aufstand vorbereitet wurde. Dazu zählte neben der gegenseitigen Hilfe und der Vermittlung von Verhaltensweisen gegenüber der SS, den starken Einfluß der 'Grünen' (Kriminelle Gefangene in der Lagersprache) zu verringern und der Kampf um Lagerpositionen sowie die Sabotage der SS-Befehle. Mitglieder kommunistischer und anderer Organisationen schlossen sich zu dritt oder fünft nach Städten und Ländern zusammen. Vertreter von neun kommunistischen Parteien gründeten im Sommer 1943 das illegale internationale Lagerkomitee (ILK). [HOCH] [Kontakt: Über Literaturversand,
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