Pressemitteilung: Fast 2500 in Magdeburg
Soligruppe zur Demonstration am 25.10.03
in Magdeburg.
Fast 2500 Menschen demonstrieren für die Freilassung
von politischen Gefangenen
Die Demonstration durch die Magdeburger
Innenstadt verlief kraftvoll, lautstark und ohne besondere
Zwischenfälle. Der Beginn der Demonstration verzögerte
sich um zwei Stunden, da viele DemonstrationsteilnehmerInnen,
die mit Bussen, Bahn und Pkws anreisten, wegen unnötiger,
teilweise rechtswidriger Kontrollen aufgehalten wurden.
Selbst der Anwalt eines der Angeklagten wurde ursprünglich
nicht zur Demonstration durchgelassen, da er seine Personalien
verweigerte. (Nach dem Sachsen-Anhaltinischen Polizeigesetz
sind derartige Personalienkontrollen nicht zulässig.)
Die TeilnehmerInnen reisten aus Berlin,
Braunschweig, Dessau, Dresden, Erfurt, Frankfurt/M, Göttingen,
Halle, Hamburg, Hannover, Leipzig, Lüneburg, München,
Münster, Nürnberg, Oldenburg, Schönebeck
und vielen anderen Städten an.
Auf der vierstündigen Demo wurden Redebeiträge
und Grußbotschaften aus Griechenland, Italien und
der Schweiz verlesen und Musik gespielt. Trotz der Kälte
war die Stimmung unter den DemonstrationsteilnehmerInnen
sehr gut. Eine Sprecherin der Soligruppe Magdeburg/Quedlinburg
wertete die kraftvolle Demonstration als vollen Erfolg.
Die DemonstrantInnen forderten die Abschaffung
der politischen Paragrafen 129a/b StGB und die Freilassung
von Carsten, Daniel und Marco, die seit fast einem Jahr
ohne Gerichtsverfahren in Untersuchungshaft sitzen. Den
Dreien wird von der Bundesstaatsanwaltschaft vorgeworfen,
im letzten Jahr Anschläge mit Sachbeschädigungen
gegen Großkonzerne und Behörden in Magdeburg
verübt zu haben. Konkrete Beweise dafür existieren
nach Aussage der AnwältInnen nicht.
Zusätzlich wurde fundamentale Kritik an Staat und
Kapitalismus geübt.
Der §129a ist ein Sonderfall im deutschen
Rechtssystem, da er die Verurteilung von ?Mitgliedern
einer terroristischen Vereinigung? ohne konkrete Tatnachweise
zulässt. Die BAW konstruiert, wer zu dieser Vereinigung
zählt und hat dabei uneingeschränkte Ermittlungs-
und Observationsbefugnisse. Trotzdem wurden in der Vergangenheit
ca. 97% der 129a-Verfahren gegen Linke eingestellt. Die
dabei gesammelten Daten dienen Polizei und Verfassungsschutz
jedoch weiterhin zur Beobachtung der politischen Linken.
Der nächste Prozeßtag in dem
129a-Verfahren findet am 28.10.03 in Halle statt.
Soligruppe Magdeburg/Quedlinburg