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Was im Gefängnis von Clairvaux geschah
Folter auch in Frankreich

 

Gefangene des Knastes von Clairvaux die an den dortigen Aufständen am 08.Febr. und 16.April 2003 beteiligt gewesen waren gehen aktuell in Berufung und fordern die objektive Untersuchung der Vorfälle. Weisse Folter, Mißhandlungs -Einheiten und unmenschliche Haftbedingungen werden angeklagt.

"Was im Gefängnis von Clairvaux geschah"
Folter auch in Frankreich

von Z(11#) - 03.01.2005 22:40

Gefangene des Knastes von Clairvaux die an den dortigen Aufständen am 08.Febr. und 16.April 2003 beteiligt gewesen waren gehen aktuell in Berufung und fordern die objektive Untersuchung der Vorfälle. Weisse Folter, Mißhandlungs -Einheiten und unmenschliche Haftbedingungen werden angeklagt. Folter auch in Frankreich:



Übersetzung des Artikel :"Was im Gefängnis von Clairvaux geschah", von Vive les mutins ( Es leben die Aufstände ) , auf Indymedia Barcelona am 23.12.04 :

Die erste Gefangenenerhebung in der Haftanstalt von Clairvaux ereignete sich am 08.Februar 2003. Einige Gefangene brachten ein Modul unter Kontrolle um gegen Sanktionen zu protestieren die durch zwei von ihnen ausgelöst worden waren. Die Rebellierenden leisteten sieben Stunden lang Widerstand gegen die Angriffe « der Aufstandsbekämpfungskräfte ( CRS ) und der beweglichen Gendarme » Schließlich wurden die Meuterer aus dem vollständig unbenutzbaren Modul vertrieben .... in Folge wurden zahlreiche Gefangene in andere Knäste verlegt. Viele von ihnen kamen in Isolationshaft (« Quartier d'Isolement ») die auch als Weisse Folter bezeichnet wird : durch völlige Isolation in der Zelle und innerhalb des gesamten Traktes sehen die Inhaftierten niemanden anderes mehr (como en los FIES - genau wie bei FIES / Spanien)..

Zur selben Zeit kündigte Justizminister Perben die Bildung von ERIS an : Einheiten von Super - Wachpersonal, mit derselben Spezialausbildung wie die Elitepolizei ( GIGN ) die bereits Experten für Knüppeleinsätze sind. Ihre Aufgabe : die Anwendung von Schlägen, Anpassung erzwingen, die Verbreitung von Terror und Schrecken . Ihre Amtsausübung erfolgt vermummt ( Kapuzen ) was ihre Anonymität garantiert ...

Ein zwoter Aufstand folgte am 16.April 2003. Diesmal begann die Revolte im Bereich der Knastarbeit, wo die Räumlichkeiten in Brand gesetzt wurden - um hauptsächlich gegen den strikten, ganztägigen Zelleneinschluß zu protestieren , wodurch den Gefangenen die Möglichkeit der internen Kommunikation verunmöglicht wird und gegen das rachsüchtige Verhalten in den Sprechzellen ( bei Besuchen). In Konsequenz des Einschreitens der Sicherheitskräfte wurden viele Gefangene in Disziplinierungszellen gezwungen oder in andere Anstalten und in sofortige Isolation verlegt. Zwölf, mehr oder weniger willkürlich ausgesuchte Häftlinge wurden der Zerstörung öffentlichen Eigentums der Einrichtung und des Gewalt wider das Wachpersonal beschuldigt.
Während der ersten Verhandlung,im März 2004 vor dem Disziplinargericht von Troyes, verliessen elf der zwölf Beschuldigten ebenso wie 70 Personen aus dem Kreis der Gefangenenunterstützung aus Protest den Gerichtssaal.
Auch wenn es allen klar ist : Die Justiz ist nicht für alle gleich : « sie kathegorisiert nach benachteiligt oder wohlhabend» und in diesem fall wurde der Bogen völlig überspannt ... Im Ramen der Voruntersuchung wurden nur die Darlegungen des Wachpersonlas berücksichtigt und das entsprechende Dossier ( wonach gegen die 12 Beschuldigten bis zu 10 Jahre zusätzliche Ergänzungshaft (!) verhängt werden können ) ... Die Rechtsanwälte ersuchten ein weiteres Mal um Aufschub um eine qualifizierte und objektive Voruntersuchung zu ermöglichen ....

Pascal Brozzoni, der seine Akten eingefordert hat, wurde zu 7 Jahren Zusatzhaft verurteilt - zehn der anderen Gefangenen zu zwischen 18 Monaten und 5 Jahren Ergänzungshaft. Die Häftlinge in Solidarität haben beschlossen eine Wiederaufnahme in die Wege zu leiten um die Umstände ihrer Rebellion zu erklären ....

EESTE MUNDO QUE SE TRANSFORMA EN CARCEL, SIEMPRE HAY RAZON PARA REBELARSE
IN DIESER WELT DIE SICH IN EIN GEFÄNGNIS VERWANDELT BESTEHT IMMER DAS RECHT ZUR REBELLION

Die unsoziale ( asoziale ) Politik, die durch die Regierenden sowohl der Rechten wie der Linken, in ganz Europa stattfindet ( Kürzungen von Gehältern-und Renten; Angriffe auf die soziale Sicherung; Ausweitung der Prekarität usw... ) geht einher mit einer Politik der Repression deren Ziel es ist, Terror zwischen allen Proletariern zu verbreiten
D.H. zwischen Allen die in den Stadtteilgemeinschaften ( barrios populares ) organisiert sind - und wo sich die Polizei in eine Besatzungsmacht verwandelt ... die Mindesthaftstrafe beträgt inzwischen 10 Jahre und wird ab 13 Jahren verhängt - Gerichtsinstanzen werden im Herzen der Stadteile autorisiert und bringen eine Schnelljustiz zur Anwendung - Regiestrierung wird durch ein Erstequipment betrieben und dafür die Mitarbeit / Kollaboration von Lehrkörpern und SozialarbeiterInnen eingefordert.
Die Einheiten sind mit Kriegswaffen ausgerüstet und mit flash - balls ( wer`s nicht glauben kann : armas de guerra y de flash-ball (peloteros) und haben, genauso wie die Spitzel ( Beobachtenden ) das Recht zu registrieren wen immer sie wollen. Ebenso gibt es Tribunale in den Wartezonen für MigrantInnen und "Personen ohne Papiere" ( sans papier , sin papeles ) können bis zu 32 Tagen festgehalten werden. Arbeitslose im Streik werden unterdrückt; Besetzungen und sämtliche Formen des selbstorganisierten Kampfes sind der Kriminalisierung ausgesetzt, ec... Die Liste dieser Ofensive ist lang !
Es ist offnsichtlich, daß es sich nicht um vereinzelte Maßnahmen handelt - sondern um eine totalitäre Logik ((der Repression ) seitens des Staates : das Planprogramm für 32 neue Gefängnisse; 95 geschlossene Erziehungsanstalten ( Gefängnisse für Minderjährige ) und 7 Anstalten zur Ingewahrsamnahme/Einbehaltungen ... machen dies mehr als deutlich. Und, sowohl die alten wie die neuen Einrichtungen füllen sich zusehends ....
Die Haftbedingungen indess werden von Tag zu Tag unerträglicher : Die Aufhebung der Anrechnung vorherig verbüßter Haftstrafen - Sprechzellen ohne Fenster -keine Berücksichtigung der Familienkontakte - Überbelegung der Knäste für kürzere Haftzeiten - kaum noch Haftentlassungen aufgrund von Begnadigung oder Straferlass - Zelleneinschluss in den Knästen für lange Haftsstrafen. Diese letzte Maßnahme erwirkt, daß Gefangenen nur noch ein Kontakt untereinander von 1, 5 Stunden pro Tag möglich ist, Jeder/de ab 22.30 Uhr eingeschlossen wird und dies für die Dauer von 10 Jahren, 15 Jahren und manchmal noch mehr.
Es handelt sich hier um eine psyologische Vernichtungspolitik und den Gefangenen wird jede Möglichkeit dagegen zu rebellieren verunmöglicht.

WIR UNTERSTÜTZEN DIESE REVOLTE
WIR WERDEN IN REIMS SEIN ( Nordosten Frankreichs ) WÄHREND DES BERUFUNGSPROZESSES
DER AUFSTÄNDISCHEN VON CLAIRVAUX!

Gemeinsam mit den Pro-Gefangenen Bewegungen fordern wir:

1. Die unverzügliche Freilassung minderjähriger Gefangener ; Kranker und der Personen mit psychischen Problemen sowue der " Personen ohne Papiere ( sans papiers; sin papeles )
2. automatische Strafminderungen gemäß der Anwendung der Verfassung : Begnadigungen, Straferlasse und Reduzierung
3. Verbesserung der Haftbedingungen: offene Zellen in Langzeitstrafsanstalten; Beendigung jeglicher Isolation; Aufhebung von Disziplinierungszellen und die Abschaffung der Folterbrigarden (brigadas de torturadores (ERIS) - das Ende interner Registrierungen
4. Korrekte Besuchsbedingungen - Berücksichtigung familiärer - und sonstig verwandtschaftlicher Bindungen zum Schutz der Bande von GenossInnen und Verbündeten
5. Die Unterlassung der Neubauten von Gefängnissen - insbesondere von Hochsicherheitsknästen für Langzeitstrafen

PROZESSTERIN unter : http://vivelesmutins.freeservers.com
Email: Viveles by mutins.fr

( Quellartikel : www.barcelona.indymedia.org/newswire/display/146804/index.php )


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Dokument veröffentlicht am 04.01.2005 um 10:18 Uhr durch OnlineRedaktion
zuletzt geändert am 17.06.2005 - 06:31
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