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Israel/Palästina: Anarchisten gegen die Mauer
Interview mit einem anarchistischen Aktivisten aus Israel

 

Diese Interview zwischen einem britischem ISM-Aktivisten und Raz, einem Aktivisten der israelischen Organiation 'anarchists against the wall' (Anarchisten gegen die Mauer) entstand während des vom ISM initiierten Marsch entlang der geplanten Route der Apartheidmauer in Palästina.

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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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Diese Interview wurde zwischen einem britischem ISM Aktivisten und Raz, einem Aktivisten der israelischen Organiation 'anarchists against the wall' (Anarchisten gegen die Mauer) während einer Pause im vom ISM initiierten Marsch entlang der geplanten Route der Apartheidmauer in Palästina gehalten. Die Fragen sind vom Interviewer und von den Redaktions- mitgliedern von Freedom. Es wäre falsch, 'anarchists against the wall' als eine Organisation im formellen Sinn zu bezeichnen, und sie selbst würden es wahrscheinlich vorziehen, dieses Etikett nicht zu tragen. Die Bezeichnung wurde von und für die israelischen Medien eingeführt, als die Aktionen ihre Aufmerksamkeit erregten. Durch das interview wurde klar, dass sie es selbst vorziehen würden, als Anarchisten angesehen zu werden, und so folgt die anarchistische Ablehung gegenüber der Mauer. Gleich nachdem das Interview geführt wurde, initiierten zwei von ihnen einen direkte Aktion an der Mauer und zertrümmerten zwei Tore, von denen eines elektrisiert war. Der Aktion war die Ermutigung und die Zustimmung der örtlichen Palästinenser gegeben, von denen sich auch welche beteiligten, aber trotzdem demonstrierte sie die spezielle Rolle der israelischen Anarchisten, die sie im unbewaffneten Kampf spielen. Als israelische Staatsbürger sind sie in größerer Gefahr von der israelischen Verteidigungsarmee als internationale Aktivisten, aber außerdem auch mehr leidenschaftlicher in ihrem Widerstand.

) was für eine Größe hat die Organisation und was sind ihre Hauptaufgaben?

Raz - Wir sind ein- oder zweimal pro Woche bei Demonstrationen und
Aktionen, und bei diesen Demos sind normalerweise 10 bis 15 von uns.
Die Organisation ist eher ein Netzwerk für Anarchisten, die direkte Aktionen
machen wollen, und wir haben etwa 100 aktive Leute [in] der Kontaktliste.
Über unsere Aufgaben, die ändern sich mit den Palästinensern. Bis Februar
letzten Jahres konzentrierten wir uns auf direkte Aktionen gegen die Mauer
- sie durchschneiden oder zu demontieren, aber wir haben sie langsam ein
wenig geändert, nach zwei großen Ereignissen: nach dem Ende des Masha
Friedenscamp, und dem beliebten Aufstand in Budrus. In Budrus bewegten
wir uns glücklich in Richtung des Aufstandes; wir waren eingeladen, bei den
täglichen Demonstrationen und dem Widerstand der Gemeinde selbst
teilzunehmen, und es war war sehr cool diese Gemeinde sich zusammen
zu erheben zu sehen. Seit dem haben wir versucht, diese Art der Arbeit
mit unseren direkten Aktionen zu vereinigen - dieser Marsch könnte als
Teil davon bezeichnet werden.

) Wie hat der Staat seit eurer Gründung reagiert?

In den ersten zwei Aktionen die wir hatten, in Zubaba, gab es keine Einmischung vom Staat. Dann schoss die Armee in Masha am 26. September einem Anarchisten in beide Beine. Ein Aktivist wurde nach einer Demo verhaftet und musste einen Vertrag unterschreiben, in dem er versprecht, die Mauer nicht wieder zu beschädigen (Anm. des Interviewers: Die israelischen Sicherheitskräfte lieben diese Verträge, und sie sind ein nützliches Propagandawerkzeug für die israelische Öffentlichkeit. Sie haben zweierlei Zwecke; die israelische Verteidigungsarmee ruhig und gewissenhaft erscheinen zu lassen und der Gefangenen, normalerweise nicht angeklagt, scheint der Zusammenarbeit schuldig zu sein). Ein paar Aktivisten wurden vom Shabak (Zweig des Geheimdienstes) verhört. Auf Demos versucht die Polizei nun immer die Israelis zu verhaften. Es wird nicht mehr lange dauern bis jemand eine ernste Freiheitsstrafe bekommt. Wir stehen auch unter Überwachung, was wir aus Erfahrung wissen.
Der Shabak ist uns wirklich hinterher uns zu überwachen und Aktionen zu stoppen, bevor sie geschehen. Wenn sie wissen wo und wann wir durch die Mauer nach Palästina brechen werden, müssen sie nur den Checkpoint informieren oder das Taxi auf dem Weg stoppen, in dem wir sind. Als das Gerichtsverfahren des Internationalen Gerichtshofs über die Mauer in Den Haag am 23. Februar begann, wurden wir auf unserem Weg zu einer Demo 3 Mal auf verschiedenen Routen gestoppt. Am Ende sind wir zurück nach Tel Aviv gegangen, um dort eine Demo außerhalb des Kriegsministeriums zu veranstalten, was im Grunde ein massives militärisches Gelände im inneren der Stadt ist. Ein paar Leute blockierten die Straße und stoppten die Autos, die heraus kamen. 12 Leute wurden deshalb verhaftet. Viele wurden wegen Angriffs auf die Polizei und passivem Widerstand angeklagt. Die Gerichtsverhandlung wird im September sein und ich denke dort ist es, wo das Rechtssystem uns einholen wird.

) Wieviel unterstützung - wenn überhaupt - habt ihr in Israel?

Tatsächlich haben wir einige Unterstützung von Einzelpersonen in Israel. Wir haben keine offiziell Unterstützung von irgendwelchen Gruppen, aber von Einzelpersonen in verschiedenen israelischen Friedensgruppen und auch ein paar Journalisten.

International? Es gab einen Benefiz-Auftritt für uns vor 2 Monaten in Amsterdam. Letztes Jahr bereisten zwei von uns Europa um Vorträge zu halten und konnten auch ein paar Spenden sammeln.

) War diese Reise in den anarchistischen Gemeinschaften der Länder die besucht wurden?

Nein, es war nicht explizit anarchistisch. Es ging mehr darum den Menschen wie Realität zu erzählen, also war es für Studenten und jeden der aanwesend war.

) Wie siehst du die Entwickung der Situation?

Mit anhaltenden Landbeschlagnahmungen und fortgesetzten Vergrößerungen des Zaunes, sehe ich keine Verbesserung. Es sieht so aus, als das der Widerstand in Israel, die Siedlungen zu enfernen, heisst, dass der Zaun gebaut wird, und zwar dort wo er jetzt ist. Dass heisst gut in die grüne Linie. Er... versteh mich nicht nicht falsch, Ich will nirgendwo eine Mauer... Für die jetzige Situation ist es so, dass sie nirgends in die Nähe eines Friedens kommen wird, solange es Siedlungen gibt.

) Habt ihr es dann in Betracht gezogen, Aktionen in den Siedlungen zu machen?

Nein. Der Sicherheitsdienst der Siedler würde uns warscheinlich erschießen, und was wäre der Punkt wenn sie es nicht tun würden? Die Einwohner würden uns mit dem, war wir zu sagen haben, nicht zuhören. Diese Leute denken, dass das, was sie tun, der Wille Gottes ist. Die Armee ist im Vergleich vernünftig.

) Was sind die Ansichten der Gruppe für die Zukunft? Gibt es eine bestimmte Richtung, in die sich die Gruppe bewegt oder gerne bewegen würde?

Nein. Wir folgen hauptsächlich palästinensischen Initiativen. (Interviewer: wie der ISM in diesem Bezug) Wir nehmen in ihren niatiativen teil, aber wir versuchen immer an der Planung und den Entscheidungen beteiligt zu sein.

) Erwartet ihr, in der Größe zu wachsen?

Nicht wirklich. Wir haben wirklich erst Anarchisten, die an der direkten
Aktion in Israel interesiert sind vereinigt, ich glaube nicht, dass wir irgendwelche neuen geschaffen haben!

) Das bringt mich zu meiner nächsten Frage; Für kam für dich persönlich als erstes, die Ablehung der Besatzung oder Anarchismus?

Die Ablehung der Besatzung.

) Siehst du es als natürlich an, dass Anarchisten the Kampf und deine Teilnahme daran unterstützen würden? Ich bin jetzt der des Teufels Anwalt, aber ist dies nicht ein nationaler Befreiungskampf mit viel religiöser und nationalistischer Vorherrschaft?

Ich erwarte von Anarchisten den Kampf zu unterstützen. Dies ist kein nationaler Befreiungskampf, es ist ein Kampf um die Menschenrechte.

) Die richtige Antwort! Würdest du in diesem Falle eine Einladung an Anarchisten ausgeben, hierherzukommen und mit euch zu arbeiten?

Sicher. Es ist nicht das, was wir aktiv tun, aber wir haben Häuser und Plätze, wo Menschen unterkommen können. Es ist definitiv eine Möglichkeit.

) Hast du eine Nachricht an die internationale AnarchistInnen-Gemeinschaft; sie alle lesen natürlich Freedom!

Wenn sie diesen Kampf als Teil ihres Kampfes ansehen, dann sind sie hier willkommen. Wir würden international gerne mehr Kontakt mit anderen Organisationen haben.

Ich weiss, es ist etwas beschissen, aber Geld hilft auch immer. Wir haben glaube ich eine Internetseite aber ich kann mich nicht an die Adresse erinnern; es gibt einen Link darauf auf onestruggle.org, einer israelischen Tierrechts- und AnarchistInnen- Internetseite. Es ist wahrscheinlich am Besten, mir unter barvazduck@yahoo.com zu mailen. Das ist für alles, nicht nur, wenn jemand Geld geben will.

) Letzte Frage. Gibt es irgend welche palästinensichen AnarchistInnen?

Scheinbar ja! Einige Leute sagten, dass sie palästinensische AnarchistInnen im Balata Flüchtlingslager getroffen hätten. Einige Leute mit denen wir arbeiten sind im Geheimen Anarchisten, obwohl sie es nicht zugeben! Vielleicht solltet ihr sie fragen?

Das ist das Ende des Interviews; es war ein abruptes Ende, da mir gestikuliert wurde, dass ich bei einem anderen Treffen erscheinen sollte. Ich gebe offen zu, dass ich diesen armen Mann auf einem empörenden Level wiedergebe, auch wenn er perfekt englsich sprach. Ich konnte wirklich nicht alles niederschreiben, was er schnell genug sagte, ich machte mir nur Notizen, und ich habe die Lücken durch meine Erinnerungen gefüllt. Die Informationen (sollten) sind korrekt, aber es ist oft meine Interpretation, deshalb hört es sich vielleicht wie ein interner Dialog an. Auch sind die Fragen in komplett falscher Reihenfolge, aber das kommt daher, dass er Dinge sagte, die zu anderen Punkten an anderen Stellen hinweisen.

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http://www.ainfos.ca/04/aug/ainfos00158.html
(en) Palestine-Israel, Taxamo in palestine - accidental interview
of an anarchist
Worker
Thu Aug 12 13:03:26 GMT 2004

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Dokument veröffentlicht am 18.08.2004 um 13:22 Uhr durch OnlineRedaktion
zuletzt geändert am 17.06.2005 - 06:31
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