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TAYAD Vorsitzender Tekin TANGÜN festgenommen!
Delegationsreise gegen die Repressionswelle in der Türkei!

 

Am 19. Februar 2004 wurde Tekin Tangün gegen 20.25 von Polizisten der Anti Terrorabteilung in Istanbul vor dem TAYAD Vereinsgebäude entführt und nach 4 tägigem Gewahrsam festgenommen.

Tayad-Komitee Hamburg
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21075 Hamburg
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Hamburg, 01. März 2004

TAYAD Vorsitzender Tekin TANGÜN festgenommen!
Delegationsreise gegen die Repressionswelle in der Türkei!

Am 19. Februar 2004 wurde Tekin Tangün gegen 20.25 von Polizisten der Anti Terrorabteilung in Istanbul vor dem TAYAD Vereinsgebäude entführt und nach 4 tägigem Gewahrsam festgenommen. Den Hintergrund für die seit Anfang Februar 2004 andauernde Repressionswelle bildet die „In den Gefängnissen sind 107 Menschen gestorben, habt ihr davon gehört?“-Kampagne.
Die Polizei konnte der TAYAD-Kampagne „In den Gefängnissen sind 107 Menschen gestorben, habt ihr davon gehört?“ nur mit Rerpression antworten. So wurden innerhalb der letzten Wochen hunderte Menschen in Gewahrsam genommen, während der Verhöre gefoltert und beleidigt; es wurden Wohnungen, Vereine und Arbeitsplätze polizeilich gestürmt.
Im Rahnmen dieser Repression erhielt die Polizei von einer Person eine Unterschrift unter eine Aussage, die Tekin TANGÜN belastet. Wir gehen davon aus, dass sich die Polizei diese Aussage erzwungen oder erkauft hat, denn außer dieser „Aussage“ kann den hunderten von Menschen, die in den letzten Wochen festgenommen und gefoltert wurden, nichts nachgewiesen werden. Auch hat die Polizei bei den nächtlichen Stürmungen gegen Vereinsräume, Arbeitsplätze und Wohnungen nichts Belastendes finden können. Das war anscheinend die einzigste Methode, gegen die TAYAD und ihre Kampagne vorgehen zu können.

Die „Internationale Plattform gegen Isolation“ organisiert aus Solidarität mit dem Kampf in der Türkei eine Delegationsreise nach Istanbul. Termine stehen noch nicht fest.
Wir bitten daher alle Interessierten, sich mit der Plattform gegen Isolation in Verbindung zu setzen, um an Delegationsreisen teilnehmen zu können.

Kontaktadresse:
Internationale Plattform gegen Isolation
Rue Stevin 190,
1000 Brüssel – Belgien
Tel: 0032 2 230 08 66
isolation@post.com


Was für eine Kampagne ist die „In den Gefängnissen sind 107 Menschen gestorben, habt ihr davon gehört?“-Kampagne?

Während das Sterben in den Gefängnissen der Türkei andauert, dauert gleichzeitig die Pressezensur an. In den Medien ist nichts mehr vom Widerstand in den Gefängnissen zu erfahren. Das hängt mit staatlichen Anordnungen und Verboten zusammen.
Gegen diese staatlichen Mittel begann die TAYAD am 06. Februar 2004 mit einer Kampagne, die neben dem Sitz- und Hungerstreik im Abdi Ipekci Park Transparent- und Plakataktionen beinhaltet.
Die Plakate, eine Sonderausgabe des TAYAD-Bulletins, die legal sind und genehmigt wurden, dienten der Polizei als Vorwand, um gegen diese Kampagne vorzugehen. So wurden hunderte Menschen verprügelt und in Gewahrsam genommen. Nachdem man sie den Haftrichtern vorgeführt hatte, wurden sie wieder freigelassen, da sie nichts verbotenes getan hätten und nichts gegen sie vorlag. Denn wie bereits erwähnt, sind diese Plakate genehmigt worden.

Wir möchten ein weiteres Mal auf die Repression im Februar 2004 eingehen und wiederholen die Ereignisse der letzten Wochen bis zum 20. Februar:

1-Die TAYAD Mitglieder, die sich am 06. Februar 2004 zum EU Informationsbüro begaben, um Informationen zu erhalten, wurden in Gewahrsam genommen. Unter denen, die in Gewahrsam genommen wurden, befand sich das Vorstandsmitglied und stellvertretende Vereinsvorsitzende Ünzile Uraz, die mit willkürlichen Begründungen festgenommen und ins Gefängnis gebracht wurde.
2-Am 06. Februar 2004 wurde das Kulturzentrum „Karanfiller“ in Bagcilar/ Istanbul gewaltsam gestürmt. Mehmet Ali Kaya, Sultan Gök, Mesut Koca, Özgür Balik, Baris Akar, Cihan Milli, Ertan Önder und Ayhan Yildirim wurden in Gewahrsam genommen. Das „Karanfiller“ Kulturzentrum wurde von bewaffneten, maskierten Einheiten gestürmt, wobei die Fenster eingeschlagen wurden. Die Anwesenden im Kulturzentrum mussten sich auf den Boden legen. Sie wurden gefoltert. Das gesamte Inventar wurde zerstört oder unbrauchbar gemacht. Die in Gewahrsam genommenen wurden gefoltert.
3-Hidir Gül, Bülent Solgun, Feridun Osmanagaoglu, Dogan Çelik, Cemalettin Çinar, Sinan Gül, Özhan Özgür, Engin und Murat wurden in Gewahrsam genommen, als sie am 10. Februar 2004 die Plakate der Sonderausgabe des Angehörigen-Bulletins „Tutuklu Aileler Bülteni“ auf dem Tarlabasi Boulevard in Beyoglu/ Istanbul anbringen wollten.
4-Murat Bargu, Abidin Azdag, Ali Kanat, Kemal Delen, Savas Dogan, Yunus Gündogdu und weitere 4 Personen wurden am 10. Februar 2004 gegen 12.30 Uhr im Sirinevler Viertel in Istanbul in Gewahrsam genommen, als sie die Plakate der Sonderausgabe des Angehörigen-Bulletins „Tutuklu Aileler Bülteni“ mit der Aufschrift „In den Gefängnissen sind 107 Menschen gestorben. Habt ihr davon gehört?“ anbringen wollten.
5-Die TAYAD Angehörigen, die am 14. Februar 2004 vor dem „Vereinten Pressegebäude“ in Istanbul eine Presseerklärung verlesen wollten, wurden brutal von der Polizei angegriffen. 28 Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Hatice Ruken, die während dieses Angriffs in Gewahrsam genommen wurde, brach sich ihr Armgelenk. Sie wurde am Kopf verletzt. Ihre Verletzung wurde mit 4 Nähten behandelt.
6-Burcu Taner, Mert Kavak, Abdullah Özgün, Sultan Kartal, Murat Helik, Erdinç Eroglu, Mehmet Yasar, Emrah Yayla, Selçuk Ulavur, Ugur Eyilik, Deniz Arik, Menevse Demir wurden im Kocatepe Viertel von Ankara und Erdem Güdenoglu, Ercan Temur, Duygu Abhaz, Tufan Aksakal und Hasan Karapinar wurden im Sakarya Viertel von Ankara in Gewahrsam genommen, als sie am 14. Februar 2004 die Plakate der Sonderausgabe des Angehörigen-Bulletins „Tutuklu Aileler Bülteni“ aufhängen wollten. Am selben Tag wurden Yasar Nabi Poyraz und Muharrem Coban von den Familien, die sich seit 5 Monaten im Abdi Ipekci Platz von Ankara im Sitzstreik befinden, in Gewahrsam genommen. Levent Hergüner, Nursen Toksoy, Nurcan Temel, Ayse Arapgirli, Yurdum Ali Tokgöz und Umut Sener, Ankara Korrespondent der Zeitschrift „Ekmek ve Adalet“(Brot und Gerechtigkeit) wurden im Kurum Arbeitszentrum in Gewahrsam genommen. Nach diesen Gewahrsamnahmen wurde durch willkürliche Razzien in Wohnungen Funda Davran Gök, Mustafa Gök, Hakki Gökhan Menet, Murat Korkut, Mehmet Güvel, Sezai Demirtas, Bektas Dogan, Ismail Özmen, Abidin Atesoglu, Dogan Gürbey in Gewahrsam genommen. Neben diesen Gewahrsamnahmen wurden Esra Tetik, Adem Çiçek und Bahar Demir in den selben Tagen von der Polizei entführt. Sie wurden einige Stunden geschlagen, bedroht und daraufhin wieder freigelassen. Die Mutter von Duygu Abhaz, die in Gewahrsam genommen wurde, wurde auf die selbe Art und Weise von der Polizei entführt, indem sie gewaltsam in ein Auto gezerrt wurde und hinterher in Hinsicht auf ihre Tochter bedroht wurde. Hinterher wurde sie freigelassen. In der Nacht nach den Gewahrsamnahmen wurden die Türen des Idilcan Kulturzentrums, des Vereins für grundlegende Recht und Freiheiten von Ankara, des Jugendvereins von Ankara und das Ankara Büros der Zeitschrift „Ekmek ve Adalet“ von der polizei gewaltsam geöffnet und das Inventar wurde gewaltsam durcheinandergebracht... Während Ugur Eyilik, Deniz Arik und Menevse Demir von den in Gewahrsam Genommenen wegen ihres jungen Alters und Ayse Arapgirli und Yurdum Ali Tokgöz vor der Staatsanwaltschaft freigelassen wurden, wurden Levent hergüner, Nursen Toksoy, Nurcan Temel und Umut Sener mit willkürlichen Begründungen festgenommen und in Gefängnisse gebracht. Mit den selben Begründungen wurden Ismail Özmen, Abdullah Özgün, Enrah Yayla, Erdem Güdenoglu, Funda Davran Gök, Mustafa Gök, Hakki Gökhan Menet, Murat Korkut und Mehmet Güvel festgenommen und in gefängnisse gebracht. Fast alle der in Gewahrsam Genommenen waren Angriffen und Folter ausgesetzt. Wegen dieser Folter wurde die Nase von Tufan Agsakal und die Nase und der Wangenknochen von Hasan Karapinar gebrochen.
7-Am 15. Februar 2004 wurden 5 Personen in Adana in Gewahrsam genommen, als sie die Plakate der Sonderausgabe des Angehörigen-Bulletins „Tutuklu Aileler Bülteni“ mit der Aufschrift „In den Gefängnissen sind 107 Menschen gestorben. Habt ihr davon gehört?“ aufhängen wollten.
8-Am 16. Februar 2004 wurden Serkan Dogan und Alev Abalay in Samsun in Gewahrsam genommen, als sie die Plakate der Sonderausgabe des Angehörigen-Bulletins „Tutuklu Aileler Bülteni“ mit der Aufschrift „In den Gefängnissen sind 107 Menschen gestorben. Habt ihr davon gehört?“ aufhängen wollten.
9-Am 16. Febraur 2004 wurden 2 TAYAD Mitglieder in Mersin Gewahrsam genommen, als sie die Plakate der Sonderausgabe des Angehörigen-Bulletins „Tutuklu Aileler Bülteni“ mit der Aufschrift „In den Gefängnissen sind 107 Menschen gestorben. Habt ihr davon gehört?“ aufhängen wollten. Am selben Tag wurden 4 weitere TAYAD Mitglieder in Gewahrsam genommen, als sie sich vor dem MESIAD Gebäude befanden, wo sie ein Treffen haben sollten.
10-Öznur Tamer, Sebahattin Filazoglu und Erdal Güngör von den Familien der TAYAD wurden verprügelt und in Gewahrsam genommen, als sie sich zur Handelsbörse von Izmir begeben hatten, wo sie ein Treffen haben sollten und eine Presseerklärung verlesen wollten.
11-Hidir Gül, Dogan Özcan Celik, Erdogan Kaldi, Talat Sanli und eine Person namens Murat wurden am 17. Februar 2004 in Unkapani/ Istanbul in Gewahrsam genommen, als sie die Plakate der Sonderausgabe des Angehörigen-Bulletins „Tutuklu Aileler Bülteni“ mit der Aufschrift „In den Gefängnissen sind 107 Menschen gestorben. Habt ihr davon gehört?“ aufhängen wollten.
12-Am 17. Februar 2004 wurden Mustafa Kalic, Hüseyin Celik, Ebru Timdik Murat Gülpinar und Yesim Basak in Gewahrsam genommen. Mustafa Kalic, Hüseyin Celik und Yesim Basak wurden mit willkürlichen Begründungen festgenommen und in Gefängnisse gebracht.
13-Die TAYAD Mitglieder Sebahattin Filazoglu, Ozan Anar, Erdal Güngör, Öznur Tamer, Gökhan Arslan, Gülsah Mersin, Özge Simþek, Erkin Zengin, Serhat Demir, Sezgin Zengin, Cafer Göylüsün und Özer Tekin wurden am 18. Februar 2004 in Izmir in Gewahrsam genommen, als sie eine Presseerklärung verlesen wollten. LeserInnen der Zeitung “Atilim” Selahattin Ilgaz und eine Person namens Emel, die die Presseerklärung unterstützen wollten, wurden ebenfalls in Gewahrsam genommen.
14-Am 18. Februar 2004 wurde eine Person namens Kenan Ustabasi in KadiKöy/ Istanbul in Gewahrsam genommen.
15-Özcan Ogurlu, Ilker Sahin, Kayahan Basar, Yunus Gündogdu und Serkan Yagiz wurden am 18. Februar 2004 in Istanbul an der Incirli Brücke in Gewahrsam genommen, als sie die Plakate der Sonderausgabe des Angehörigen-Bulletins „Tutuklu Aileler Bülteni“ mit der Aufschrift „In den Gefängnissen sind 107 Menschen gestorben. Habt ihr davon gehört?“ aufhängen wollten.
16-Am 19. Februar 2004 wurde das Marmara TAYAD mit dem Vorwand einer Durchsuchung von mit automatischen waffen bewaffneten, behelmten Polizisten gestürmt. Der Umstand, dass trotz des gerichtlichen Urteils, das als „Begründung“ für die Durchsuchung diente, nichts gefunden wurde, führt das Ausmaß der Willkür vor Augen.
17-Nur 3 Stunden nach der Razzia wurde unser Vereinspräsident Tekin Tangün von Zivilpolizisten ohne eine Begründung entführt.
18-Am 19. Februar 2004 wurde die Zeitung „Okmeydani Halkin Sesi“ ohne ein Durchsuchungsbefehl gestürmt und „durchsucht“. Dabei wurde Nihat Özcan in Gewahrsam genommen.
19-Yurdum Ali Tokgöz und eine weitere Person von den Familien, die im Abdi Ipekci Park von Ankara ihren Sitzstreik führen, wurden in der Nacht vom 19. Februar 2004 mit einem Polizeiwagen entführt. Nach 2 Stunden wurden sie wieder im Park rausgelassen.
20-Das Haus von Ali Cinar, dessen Sohn Mitglied des „Temel Haklar“(Verein für grundlegende Rechte und Freiheiten) ist, wurde am 20. Februar 2004 gegen 07.30 Uhr von der Polizei gestürmt.

Diese Ereignisse zeigen offen und deutlich, mit welch großen Schritten sich die Türkei „demokratisiert“. Und das sind ausschließlich die Angriffe gegen die TAYAD und ihre Kampagne.
Um den Kampf für wahre Demokratie zu unterstützen, bitten wir alle Interessierten, sich mit der „Internationalen Plattform gegen Isolation“ in Verbindung zu setzen und an den anstehenden Solidaritätsreisen teilzunehmen.

TAYAD Komitee


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Dokument veröffentlicht am 02.03.2004 um 8:29 Uhr durch Libertad_Frankfurt
zuletzt geändert am 17.06.2005 - 06:31
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