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Auf Einladung der Bonner Rote-Hilfe-Ortsgruppe wird Nikolaus Brauns sein Buch anlässlich des „Bundesweiten Kampftags für die Freiheit aller politischen Gefangenen“ am 18.3.2004 im Bonner Buchladen Le Sabot vorstellen.
Ein seit langem notwendiges Standardwerk liegt endlich vor: Wer in einer gut sortierten Zeitschriftensammlung stöbert, der stößt beim Jahrgang 1996 auf das Sonderheft „Vorwärts und nicht vergessen. 70/20 Jahre Rote Hilfe?“ Sehr gelungen bietet die Ausgabe einen reich bebilderten und übersichtlich gestalteten Abriss v.a. über die Geschichte der historischen Roten Hilfe. Das gilt auch für das neue und imposante Buch „Schafft Rote Hilfe“ von Nikolaus Brauns, das auf 348 großformatigen Seiten einen Zeitraum von 1919 bis 1938 umfasst. Es ist die erste Gesamtdarstellung über eine Organisation, die nicht nur in der bürgerlichen Geschichtsschreibung über die Weimarer Republik oft übergangen wird.
Als Organisation für die Unterstützung politischer Verfolgter hatte die Rote Hilfe über 500.000 Mitglieder und die Unterstützung von rund 300 Anwälten. Sie war zwar eindeutig eine Vorfeldorganisation der KPD, setzte sich aber auch für Nicht-Parteimitglieder ein. Beispielsweise 1928 wurden 28.000 Inhaftierte und ihre Angehörigen rechtlich, finanziell und moralisch unterstützt, sowie 27.000 Menschen Rechtsschutz gegeben.
Das gut geschriebene und strukturierte Buch muss man keinesfalls chronologisch lesen. Im Gegenteil liest man sich fest, wo man es aufschlägt. Da sind etwa Kapitel über Strategien der Roten Hilfe im Kampf gegen die Weimarer Klassenjustiz. Da sind die unvergessen Kampagnen zur Freiheit von Max Hölz oder der Gewerkschaftsaktivisten Sacco und Vanzetti, die in den USA hingerichtet werden sollten (was an die von der heutigen Roten Hilfe unterstützten Kampagne für Mumia Abu-Jamal erinnert). Außerdem ist die Unterstützung der Roten Hilfe durch so namhafte Personen wie Kurt Tucholsky, Albert Einstein und Thomas Mann dokumentiert. Spannend auch ein Kapitel über den illegalen Apparat für Passfälschung und Fluchthilfe. Ebenso interessant liest sich die Strategie des trojanischen Pferdes während der Zeit des Faschismus. Nicht unerwähnt bleibt auch, dass die Internationale Rote Hilfe unter Stalin Opfer von Säuberungen wurde.
Insgesamt hat Brauns ein Standardwerk vorgelegt, das auf viel Archivmaterial gestützt im besten Sinne wissenschaftlich fundiert ist, dabei aber zurecht keinen Wert auf Unparteilichkeit legt. Insofern dokumentiert der Titel „Schafft Rote Hilfe!“ ein historisches wie aktuelles Motto zugleich. Denn seit fast 30 Jahren gibt es wieder eine Rote Hilfe zur Unterstützung kriminalisierter AktivistInnen.
Auf Einladung der Bonner Rote-Hilfe-Ortsgruppe wird Nikolaus Brauns sein Buch anlässlich des „Bundesweiten Kampftags für die Freiheit aller politischen Gefangenen“ am 18.3.2004 im Bonner Buchladen Le Sabot vorstellen.
Donnerstag, 18.3.2004, 20 Uhr, Buchladen Le Sabot, Breite Str. 76, Bonn (http://www.lesabot.de).
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© So Oder So
Dokument veröffentlicht am 19.02.2004 um 14:35 Uhr durch Rote Hilfe Bonn
zuletzt geändert am
05.08.2004 - 09:06
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