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Ein empoerter Aufschrei von Ueberlebenden des Holocausts und Angehoerigen von ermordeten Opfern des Naziregimes folgte der Aussage des machtgewaltigen Guru, dem geistigen Mentor der Shas Partei, Rabbi Ovadjah Josef.
SCHAS GURU RABBI JOSEF ERTEILT INDIREKTE LEGITIMATION FUER NEONAZISTISCHE HOLOCAUST VERLEUMDER
Von Hans Lebrecht, Kibbutz Beit-Oren, 7. August 2000
Ein empoerter Aufschrei von Ueberlebenden des Holocausts und Angehoerigen von ermordeten Opfern des Naziregimes folgte der Aussage des machtgewaltigen Guru, dem geistigen Mentor der Shas Partei, Rabbi Ovadjah Josef.
>Die sechs Millionen Juden, welche von den Haenden der verfluchten Nazis ermordet wurden, waren wiederbelebte Seelen von Suendern, die gesuendigt hatten und andere zur Suende verleiteten, sowie alle moegliche (fuer Juden) verbotene Dinge taten. Ihre armen Seelen kamen zurueck, um durch all die schlimmen Folterungen und durch ihren Tod von ihren Suenden bereinigt zu werden....<. Solch ein bloedes und beschaemendes Zeugs erlaubte sich der ehemalige Oberrabbiner und oberster Guru der Shas Sekte, bejubelt von seinen mafiosen Bandenchefs und 17 Knessethmitgliedern, in seiner juengsten Sabbatpredigt zu erklaeren.
Die Schirmorganisation der Ueberlebenden des Holocausts und antifaschistischer Wiederstandskaempfer drueckte ihren Schock ueber diese, die Opfer des Naziregimes beleidigenden Aeusserungen des geistigen Oberhaupts einer Partei, welcher eine Million Verfuehrte ihre Stimmen bei den Knessethwahlen abgaben. >Rabbi Josefs Worte sind erschreckend, Gaensehaut erregend und empoerend, das Andenken an die Opfer der Schoah und deren Seelen erschuetternd<, heisst es in einer Verlautbarung der Organisation. Damit habe dieser, von Massen verehrte Rabbi praktisch >den Neonazis eine Legitimation fuer ihre Negation des Holocausts erteilt, weil die Nazimoerder lediglich den Willen Gottes ausgefuehrt haetten<.
Das nationale Yad WaSchem Holocaust Forschungs Institut und Museum in Jerusalem verurteilte ebenfalls die unglaublich empoerende Meinung des geistigen Oberhaupts der Shas Partei. >Es ist schwer zu verstehen, woher Rabbi Ovadjah Josef die Dreistigkeit hernimmt, die Wege des Allmaechtigen so auszulegen, dass er damit die unschuldigen Opfer der Nazimoerder, darunter einundeinhalb Millionen Kinder, derart beleidigend beschimpft<.
Der Vorsitzende der Meretz Partei und zurueckgetretene Erzihungsminister Jossi Sarid verurteilte nicht nur den primitiven Guru Josef, sondern auch all die politischen Fuehrer, angefangen von den friedensabotierenden Rechtsparteien Chefs und dem in Sorgen um seine politische Zukunft zitternde Regierungschef Ehud Barak, welche immer wiederkehrende Pilgrimbesuche bei dem Rabbi machen und dann nach dessen Diktat verfahren.
Die sekulaere Schinui Partei, angefuehrt vom MK Josef (Tommy) Lapid, gab eine Erklaerung ab, in welcher es heisst, >Wenn irgend eine Seele gesuendigt hat, so ist es diejenige des ehrenwerten Rabbi Ovadjah Josef, welcher das heilige Andenken an die sechs Millionen von der Hand der Nazimoerder hingeschlachten Seelen geschaendet hat<.
In ihrem Leitartikel (Montag, 7. Aug.) betont die einflussreiche Tageszeitung Ha-aretz, die aggressive, die Opfer des Holocausts und ihre Nachkommen beleidigenden Aeusserungen seien lediglich ein weiterer Stein in der langen Liste von idiotischen und unverstaendlich groben Aussagen des primitiven Rabbi Josef. Im Grunde genommen sollte man darin nichts so besonders Neues sehen. War es doch nur ein weiteres oberflaechliches Kommentar aus dem Munde von einem ultra-orthodoxen Priester im Rahmen einer festgefuegten fundamentalistischen Theologie, derzufolge ein erzuernter Gott juedische Suender bestraft.
>Dieser senile Idiot, der den Titel eines Rabbiners nicht mehr zu Recht trage, sollte aus dem oeffentlichen Leben des juedischen Staates verbannt werden<, erklaerte Helen Kaminsky, deren Eltern in Babi Yar in der Ukraine von den Nazischergen ermordet wurde Presevertretern gegenueber. Rachel Peterburg, die Sprecherin der AMCHA Organisation zur Unterstuetzung von Ueberlebenden des Holocausts und Nachkommen von Opfern, erzaehlte von einer Welle von persoenlichen Ausdruecken der Empoerung und Telefonanrufen von hunderten iher Mitglieder und von ihrer Organisation gepflegten Leuten, welche ihrem Zorn ueber die Ausssagen von Rabbi Josef Luft machen wollten.
Ausser den, die Holocaust Opfer beleidigenden Gehirngespinste fuegte der Shass Rabbi auch Regierungschef Barak beschimpfende Worte hinzu. Barak wuerde mit seiner auf Frieden beruhenden Politik den Feinden Israels in die Haende spielen. In seiner rassistischen Anwandlung nannte Ovadjah Josef diese Feinde, die Palaestinenser, Giftschlangen, die von Barak an die Brust Israels gedrueckt werden. Jeder Palaestinenser sei im Grunde genommen eine solche Giftschlange, welche nicht anderes im Sinne fuehre, als alle Juden umzubringen. >Wie kann Barak nur von Frieden mit solchen Giftschlangen reden?<. So der geistige Fuehrer der Shass Partei, in der Tat aber, der Guru dieser verseuchten fundamentalistischen Shas Sekte.
Der palaestinensische Informationsminister und Leiter des Verhandlungsteams, Yassir Abu Rabbo kommentierte diese Giftschlangen Theorie des so einflussreichen Rabbiners als primitiv idiotisch und extrem rassistisch, eine Schande fuer jeden aufrechten Israeli.
Selbst erschreckt von der allgemeinen Empoerung in der israelischen Oeffentlichkeit, sahen sich die Sprecher der Shas Partei veranlasst, den Masssenmedien die Schuld zuzuschieben, welche >die rabbinischen Aussagen ihres geistigen Oberhauptes aus dem Konzept verfaelschend wiedergegeben< haetten. Der Rabbi selbst erklaerte in einer weiteren Predigt am Sonntag abend, er haette niemals im Sinn gehabt, die armen Seelen der von den verruchten Nazis ermordeten Juden zu beleidigen. Wenn es so verstanden worden sei, so sei dies die Schuld der Medien.
Also wieder einmal sollen die Medien schuldig sein und mit einem rabbinisch-messianischen Fluch bedacht werden. Na ja, man ist ja so etwas schon gewoehnt.
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Dokument veröffentlicht am 07.08.2000 um 16:37 Uhr durch Libertad_Saar
zuletzt geändert am
17.06.2005 - 06:31
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