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Internationalistische Gefangene in Brasilien im Hungerstreik

 

Eine Aktivistengruppe kündigte an in einen Hungerstreik bis zum Tod zu gehen, wenn sie nicht entlassen würden.

Internationalistische Gefangene in Brasilien im Hungerstreik

Brasilia, Brasilien (Lib -- 17.11.1998) Eine Aktivistengruppe, die verurteilt wurden einen brasilianischen Supermarktmogul entführt zu haben, kündigten am Dienstag an in einen Hungerstreik bis zum Tod zu gehen, wenn sie nicht entlassen würden. "Wir sind im letzten Kampf für unsere Freiheit, und wir werden entweder siegen oder sterben", schrieben die 10 politischen Gefangenen in einer Erklärung" am zweite Tag des Hungerstreiks.

Fünf Chilenen, zwei Argentinier und zwei Kanadier fordern, daß sie in ihre Heimatländer entlassen werden. Ein brasilianisches Mitglied der Gruppe verlangt eine Amnestie von Präsidenten Fernando Henrique Cardoso.



Die 10 Linken entführten 1989 den Supermarktmillionär Abilio Diniz und forderten 30 Millionen Dollar Lösegeld. Damit sollte die Guerilla in El Salvador finanziert werden. Diniz wurde nach sechs Tagen unverletzt von der Polizei befreit.



Die verhafteten Internationalistas erklärten sich zu politischen Gefangene. Sie beschuldigen die brasilianische Justizbehörden, Zusicherungen gebrochen zu haben, aufgrund derer sie im April einen 16tägigen Hungerstreik beendet hatten.

"Wir akzeptieren keine Art von Versprechen" sagten die Gefangenen in ihrer Erklärung vom Dienstag. Die Gefangenen sind auf zwei Gefängnisse in Sao Paulo verteilt. "Der Hungerstreik endet, wenn die Freiheit beginnt".



Von seiten der brasilianischen Justizbehörden fand sich bisher niemand zu einer Stellungnahme bereit. Ein Rechtsanwalt der Gruppe beschuldigt die brasilianischen Behörden, den Fall seit dem April zu verschleppen. "Sieben Monate sind seit dem ersten Hungerstreik vergangen. Die Regierung hat nichts getan ", sagt Rechtsanwalt Ibere Bandeira DE Mello.



In Kanada ist der Fall sehr bekannt, nachdem die beiden Kanadier, Christine Lamont und David Spencer behaupteten, daß sie in ihren acht Jahren in Sao Paulos Carandiru Gefängnis routinemäßig gefoltert würden. In diesem Gefängnis verübte die Polizei 1992 ein Massaker, bei dem 111 Gefangene starben.



Kanada und Brasilien unterschrieben vor einiger Zeit einen Vertrag, nach dem dieses Jahr Lamont und Spencer nach Kanada entlassen werden sollten. In Kanada würden sie die Reststrafe auf Bewährung bekommen. Die beiden Argentinier, Humberto Eduardo Paz und Horacio Enrique Paz, sie sind Brüder, warten darauf, daß Brasilien und Argentinien einen ähnlichen Vertrag unterschreiben.



Der argentinienische Kongreß prüft gegenwärtig einen Vorschlag aus Chile, der die Überstellung von Sergio Schwalben Olivares Urtubia, Ulisses Fernando Gallardo Acevedo, Pedro Alejandro Fernandez Lembach, Collante Tapia und Maria Emilia Marchi nach Chile erlauben würde.



Die Gefangenen erklärten, daß sie zu übermäßigen Strafen verurteilt wurden. In ihrer Erklärung vom Dienstag verglichen sie ihre Behandlung mit denen in Brasilien verurteilter Mörder. Die meisten erhielten geringere Strafen, und manchen ist der Tagesausgang erlaubt worden.



Dem einzigen Brasilianer der Gruppe, Raimundo Roselio Costa Freire, wurde die bedingte Entlassung vor einigen Monaten abgelehnt.


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Dokument veröffentlicht am 17.11.1998 um 13:21 Uhr durch Libertad_Frankfurt
zuletzt geändert am 17.06.2005 - 07:31
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