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Stellungnahmen zum Waffenstillstand in Irland
IRSP und INLA

 

Waffenstillstandserklärung der Irish National Liberation Army / Die Irisch Republikanische Sozialistische Partei unterstützt INLA Waffenstillstand / Erklärung von Christopher McWilliams, officer in command, INLA-Gefangene „at the Maze“ (Long Kesh)

Waffenstillstandserklärung der Irish National Liberation Army

Die Irisch Republikanische Sozialistische Partei unterstützt INLA Waffenstillstand, 22.8.98

Erklärung von Christopher McWilliams, officer in command, INLA-Gefangene „at the Maze“ (Long Kesh)





Waffenstillstandserklärung der Irish National Liberation Army



Wir haben den Rat und die Analyse der Irisch Republikanischen Sozialistischen Partei, daß die Bedingungen für den bewaffneten Kampf nicht existieren, akzeptiert. Die Irische Nationale Befreiungsarmee hat sich von einer Position der verteidigung und Vergeltungsmaßnahmen hin zu einer Position der vollständigen Waffenruhe bewegt. Wir haben alle unsere Einheiten angewiesen, von heute Mittag an, von offensiven Aktionen abstand zu nehmen.

Die Irische Nationale Befreiungsarmee befindet sich jetzt im Waffenstillstand.

Wir nutzen diese historische Gelegenheit, unseren gefallenen Genossen, die ihre Leben im Kampf gegeben haben, Tribut zu zollen. Ihre Familien, die ihren Stolz und ihr Anliegen teilen.

Zuallererst wollen wir die Courage, Loyalität und Verbundenheit unserer Freiwilliger hervorheben. Fast 25 Jahre lang haben sie an vorderster Front im Antiimperialistischen Kampf die Prinzipien des Republikanischen Sozialismus hoch gehalten. Im bewaffneten Kampf, im Knast beim Deckenstreik, in Hungerstreiks, in Knastausbrüchen, bei picket lines und in Massendemonstrationen haben sie zu jeder zeit die Rechte des irischen Volkes als Ganzes auf Selbstbestimmung verteidigt.

Wir danken der weiteren Öffentlichkeit, die den Gefangenen ihre Unterstützung und Solidarität in Komitees wie den Angehörigen Aktionskomitees, den Nationalen H-Blocks und Armagh-Komitees, Angehörigen für Gerechtigkeit und anderen Solidaritätskomitees in der ganzen Welt, haben zukommen lassen. (Dieser Satz war im engl. grammatikalisch und inhaltl. unvollständig und ist deshalb nur sinngemäß übersetzt).

Denjenigen Gefangenen im Gefängnis, in Portlaoise, Long Kesh and Maghaberry schicken wir unseren aufrichtigen Dank für ihre Loyalität und Zuverlässigkeit über die ganzen Jahre. Trotzdem sie verachtet, verleumdet und verhöhnt, marginalisiert und dämonisiert wurden, haben sie an den Prinzipien des Republikanischen Sozialismus festgehalten. Wir verneigen uns vor ihrer Standhaftigleit.

Wir anerkennen und loben ebenfalls die Rolle, welche die Familien, Freunde und Unterstützer unserer Mitglieder gespielt haben. Ohne eigenes Verschulden hatten sie über die Jahre hinweg viel zu erleiden. Wir applaudieren ihnen und wünschen uns leidenschaftlich, daß sie nie wieder solches Leid zu ertragen haben.

Durch die Mitteilung unserer Einstellung (des Feuers; ist im Text unvollständig) erkennen wir an, daß sich die politische Situation seit Formierung der INLA geändert haben. Wir erkennen, daß der bewaffnete Kampf niemals die einzige Option für Revolutionäre sein kann. Es ist richtig, auf die neuen vorherrschenden Verhältnissen zu antworten. Diese Verhältnisse fordern eine Waffenruhe.

Auch wenn wir für unseren Teil glauben, daß das Karfreitagsabkommen die Opfer der vergangenen 30 Jahre nicht Wert ist und wir politisch dagegen sind, haben die mewnschen auf der Irischen Insel ihre Wünsche klar zum Ausdruck gebracht. Die arbeitenden Klassen haben die volle Wucht der Konsequenzen des Krieges der letzten drei Jahrzehnte getragen. Sie haben unter Repression, sozialen Entbehrungen, Arbeitslosigkeit und Armut gelitten. Wir nehmen ihre Sehnsucht nach einem Ende der Gewalt und einer friedlichen Zukunft, ausgedrückt durch das Referendum, wahr.

Es ist nun die Verpflichtung aller politischer Parteien, Regierungen und Beobachter, sicherzustellen, daß die demokratischen Wünsche der Irischen Menschen verwirklicht werden. Das schließt alle bewaffneten Gruppen mit ein. Deshalb haben wir diese Entscheidung für einen Waffenstillstand getroffen, um den Wünschen der Menschen Rechnung zu tragen.

Jetzt wenden wir uns den Konsequenzen durch unseren Anteil in diesem Krieg zu. Wir erkennen und bedauern Irrtümer und einschneidende Fehler in unserer Kriegführung. Unschuldige Menschen wurden getötet und zu Zeiten verletzt, als unsere Aktionen als Befreiungsarmee sich weit von dem entfernten, was sie hätten sein sollen. Dafür entschuldigen wir uns aufrichtig als Republikaner, als Sozialisten und Revolutionäre. Es war niemals unsere Absicht, Verlangen oder Wunsch in einen sektiererischen und gegenseitigen Vernichtungskrieg verwickelt zu werden. Wir übernehmen die Verantwortung für unseren Teil der Aktionen, die den Kampf behindert haben. Diese Aktionen hätten nie stattfinden dürfen.

Wir haben uns (jedoch) nicht für den Krieg zu entschuldigen, den wir gegen die Briten und ihre Loyalistischen Handlanger geführt haben. Diejenigen, die Jagd gemacht haben auf das Blut von Nationalisten, haben einen hohen Preis bezahlt.

Dennoch ist der Wille des Irischen Volkes klar. Es ist jetzt an der Zeit, die Waffen Schweigen und den arbeitenden Klassen die Zeit und die Möglichkeit zu lassen, ihre Forderungen und Bedürfnisse voran zu bringen.

In den jetzt vorherrschenden Verhältnissen werden wir die Politik der IRSP unterstützen, die unser volles Vertrauen und Unterstützung haben. Mit den Worten unseres Gründers Seamus Costello, als er über seine Klasse, die Irische Arbeiterklasse sprach: „Wir sind nichts und werden alles sein.“

(Statement der INLA, von der IRSP am 22.08.1998 erhalten)




Die Irisch Republikanische Sozialistische Partei unterstützt INLA Waffenstillstand

In Vertretung aller Mitglieder der IRSP begrüßt das Ard Comhairle (Parteiführung) ganz besonders die heutige Verlautbarung der Führung der INLA, daß sie sich zu einem einzigartigen und ernsthaften Ende ihrer Militärischen Kampagne entschieden hat. Ir für unseren Teil grüßen die Freiwilligen der INLA, sowohl die der Vergangenheit und als auch die der Gegenwart, die sich über die vergangenen 23 Jahre als zäh und standhaft erwiesen haben im Kampf für eine, 32 Countys umfassende, Sozialistische Republik.

Im gegenwärtig veränderten politischen Klima in Irland hat die INLA gezeigt, daß sie sowohl die Führungsstärke als auch die Vision besitzt, die notwendig ist, eine Triebkraft zu entwickeln, um dieses Ziel auf friedlichem Weg zu erreichen.

Wir nehmen ebenfalls die fortgesetzte Unterstützung und das Vertrauen der INLA in die IRSP wahr in ihrer Ausführung der Befreiung der Arbeiterklasse, und begrüßen diese.

Wir machen keinen Hehl daraus, daß wir ablehnend dem gegenüberstehen, was euphemistisch das „Karfreitagsabkommen“ genannt wird.

Wir glauben, daß dieses „Abkommen“ keine politischen Ziele klar benennt und deshalb auch nicht die politische Dynamik oder Triebkraft beinhaltet, die nötig wären, um den Frieden herbeizuführen, für den die Menschen in Irland sich im Referendum so überwältigend entschieden haben.

Lassen wir uns also klar feststellen, daß die IRSP davon überzeugt ist, daß der Sechs-County-Staat und seine Organe nicht reformierbar sind.

Sie werden nicht reformiert werden durch die Trikoloren, die an Laternenmasten flattern oder Flaggentüchern quer über der Straße oder gaelischen Straßenschildern. Sie werden nicht reformiert durch die ökonomische Politik der kapitalistischen Allianz, die von denjenigen Parteien repräsentiert wird, die das Stormont-Abkommen unterzeichnet haben (Stormont-Nordirlands „Parlament“)

Ein Amerikanisches Fast-Food-Restaurant an jeder Straßenecke repräsentiert weder die Stärke noch die Befreiung der Irischen Arbeiterklasse. Das sind Rückschritte.

Demokratie oder Sozialismus müssen immer noch erstritten werden für die Irische Arbeiterklasse. Unsere Klasse bleibt marginalisiert, ihrer Bürgerrechte beraubt, dämonisiert und in großem Maßstab ausgebeutet.

Die Signale für ein Ende der kulturellen und religiösen Diskriminierung in den sechs Countys werden begrüßt, aber das alleine wird die Arbeiterklasse nicht befreien, sondern könnte eher noch als Maske dafür dienen, die Ebenen der fortgesetzten vielfältigen Deprivation der Arbeiterklasse zu verdecken.

Diejenigen, die darauf bestehen, daß kulturelle und religiöse Freiheit die Irische Arbeiterklasse befreien, leiten die Menschen in die Irre, die sie vorgeben, zu vertreten. Die kapitalistische Allianz des Amerikanischen, Europäischen und Britischen Imperialismus, gepaart mit einheimischem Irischem Kapitalismus, ist immer noch die größte einzelne Barriere für unsere Klasse hin zu politischer und ökonomischer Gleichheit.

Wirkliche Stärkung der Irischen Arbeiterklasse kommt aus unserer eigenen Klasse, unseren Leuten und unseren Gemeinschaften (comunities) heraus.

Wir sehen unsere Aufgabe weiterhin darin für die Interessen der Irischen Arbeiterklasse zu agitieren und diese zu repräsentieren. Wir sind uns derzeit im Klaren darüber, daß dies eine sehr langfristige und schwierige Aufgabe ist, vor der wir aber nicht zurückschrecken.

„Wir schulden unsere Treue der arbeitenden Klasse“ – Seamus Costello

Für Frieden, Gerechtigkeit und Einheit durch Irischen Sozialismus.

22. August 1998




Vollständige Erklärung der Gefangenen aus der INLA

Als OC (officer in command) der Kriegsgefangenen aus der INLA in Long Kesh, möchte ich folgende Erklärung in Unterstützung der jüngsten Waffenstillstandserklärung der INLA abgeben.

Als Folge einer zwei Jahre dauernden Periode intensiver Diskussion und Debatte innerhalb der Republikanischen Bewegung, hat die INLA auf der Basis einer politischen Analyse durch die IRSP einen Waffenstillstand verkündet.

Wir billigen die Entscheidung, die durch die Republikanische Sozialistische Bewegung getroffen wurde. Wir akzeptieren ebenfalls, daß obwohl das Karfreitagsabkommen fehlerhaft ist und politisch abgelehnt werden muß, das Irische Volk seinen Wunsch nach Frieden so überwältigend ausgedrückt hat. As Revolutionäre sind wir gezwungen, die Wünsche der Menschen wahrzunehmen. Wir appellieren an andere Republikaner, diese gerade ausgedrückte Sehnsucht des Irischen Volkes nach Frieden zu reflektieren und entsprechend verantwortungsbewußt zu handeln.

Über die Jahre hat unsere Bewegung in ihrem Bestreben, einen legitimen Kampf für die Befreiung Irlands zu führen, Fehler gemacht.Die Gefangenen aus der INLA wollen deshalb diese Gelegenheit wahrnehmen, sich aufrichtig für die Schmerzen und das Leid derjenigen zu entschuldigen, welche ihnen als Konsequenz aus unseren Fehlern im Betreiben unseres Kampfes angetan wurden.

Wir grüßen die Opfer unserer gefallenen Genossen und erinnern an die Courage, Loyalität und Verbundenheit unserer Freiwilligen, sowohl heute als auch in der Vergangenheit.

Wir zollen ebenfalls der Zuwendung Anerkennung, die uns während dieses Konfliktes durch unsere Familien, Unterstützer und Mitgefangenen zuteil wurde..

Dennoch ist diese Phase des Kampfes jetzt zu Ende. Das politische Klima hat sich gewandelt. Der Krieg ist vorbei. Jetzt ist es an der Zeit, den Menschen aus der Arbeiterklasse Irlands die Gelegenheit zu geben, ihre Forderungen und Bedürfnisse in einer friedlichen Umgebung voran zu bringen. Wir bestärken die IRSP darin, sich für die arbeitende Klasse, die armen und marginalisierten Teile unserer Nation, einzusetzen.

Wir für unseren Teil bleiben den revolutionären. Sozialistischen Idealen unserer Bewegung verbunden und freuen uns auf eine friedliche und wirklich demokratische Zukunft für die Menschen unseres Landes.




Erklärung von Christopher McWilliams, officer in command, INLA-Gefangene „at the Maze“ (Long Kesh)


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Dokument veröffentlicht am 25.08.1998 um 13:13 Uhr durch Libertad_Frankfurt
zuletzt geändert am 17.06.2005 - 07:31
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